Warenkunde Fachausweis

Vertieftes Fachwissen für den eidgenössischen Fachausweis: Einkauf, Lagerung und Qualitätsbeurteilung für Sous-Chefs und Küchenchefs.

Rind

RIND: ERWEITERT

Schweizer BegriffDE/AT ÄquivalentQualitätsmerkmaleOptimale GarzeitKombinationenLagerbedingungen
BäggliBugViel Bindegewebe → schmilzt beim Schmoren2-3 StundenGemüse, RotweinKühl (0-4°C), 3-5 Tage
HohrückenHochrippeMarmoriert, saftig15-20 Min. pro SeiteKräuterbutter, PilzeVakuumiert: 7-10 Tage
FederstückFederstückZart, mager8-10 Min. pro SeiteSenf, HonigFrisch: 2-3 Tage
TafelspitzTafelspitzFeinfaserig, zart2-3 Stunden (Sieden)Meerrettich, ApfelKühl: 4-6 Tage
EckstückEckstückFest, viel Bindegewebe2-3 StundenZwiebeln, PaprikaEinfrieren: bis 6 Monate
Flache/Runde NussNussMager, fest10-12 Min. pro SeitePfeffer, CognacVakuumiert: 10-14 Tage
Runder MockenRumpsteakMarmoriert, saftig4-6 Min. pro SeiteKräuter, KnoblauchFrisch: 3-4 Tage

Vertiefungs-Fakten

  • Vorderviertel vs. Hinterviertel:
  • Vorderviertel: Preisgünstiger, für Schmorgerichte (Bäggli, Schulter, Brust, Schenkel)
  • Hinterviertel: Edelstücke, für Kurzbratstücke (Filet, Entrecôte, Nuss, Lempen, Mocken)
  • Reifung:
  • Dry-Aged: 21-28 Tage bei 0-2°C, 75-85% Luftfeuchtigkeit → intensiverer Geschmack, zarter
  • Wet-Aged: 7-14 Tage im Vakuumbeutel → saftiger
  • Schweizer Rassen: Simmental (40%), Brown Swiss (30%), Holstein (20%), Fleckvieh (5%), Schwarzbunte (3%), Original Braunvieh (2%)
  • Fütterung: Heu, Gras, Silage (keine Mast mit Soja oder Getreide)

Im Zutatenlexikon nachschlagen · Klassische Garnituren zu Fleisch

Schwein

SCHWEIN: ERWEITERT

Schweizer BegriffDE/AT ÄquivalentQualitätsmerkmaleOptimale GarzeitKombinationenLagerbedingungen
WädliWade/UnterschaleFest, wenig Fett1,5-2 StundenSauerkraut, ÄpfelKühl: 3-5 Tage
NierstückNierenstückZart, saftig8-10 Min. pro SeiteSenf, RahmsauceFrisch: 2-3 Tage
BrustspitzBrustspitzeFettreich, saftig2-3 StundenBBQ-Sauce, BohnenEinfrieren: bis 3 Monate
HaxeHaxeKnusprige Schwarte2-3 Stunden (Sieden+Braten)Sauerkraut, KartoffelnKühl: 4-6 Tage
SchwänzliSchwänzchenFettreich, aromatisch1-2 StundenBohnen, SpeckFrisch: 2 Tage
Schnörrli–CH-spezifisch! Ohren, knusprig30-45 Min. (Braten)Senf, ZwiebelnFrisch: 1-2 Tage

Vertiefungs-Fakten

  • Schweizer Schweinehaltung: Bio Suisse (1,5 m² Auslauf, keine Antibiotika-Prophylaxe), IP-Suisse (Integrierte Produktion)
  • Fleisch-Fett-Verhältnis: Schweizer Schweinefleisch hat optimalen Fettgehalt (ca. 15-20%)
  • Schlachtalter: 7-8 Monate (jünger als in DE/AT → zarteres Fleisch)
  • PH-Wert: 5,4-5,8 (ideal für zartes Fleisch)

Im Zutatenlexikon nachschlagen · Klassische Garnituren zu Fleisch

Lamm

LAMM: ERWEITERT

Schweizer BegriffDE/AT ÄquivalentQualitätsmerkmaleOptimale GarzeitKombinationenLagerbedingungen
GigotKeuleFest, aromatisch, kräftiger Geschmack2-3 Std. (Braten bei 160°C)Rosmarin, Knoblauch, Rotwein, ThymianKühl: 4-6 Tage, Vakuum: 7-10 Tage
LammracksLammrückenMit Knochen, zart, saftig20-25 Min. (Grillieren)Kräuterkruste, Honig, SenfFrisch: 3-4 Tage
HuftHuftZart, saftig, feinfaserig1,5-2 Std. (Braten)Minze, Zitrone, OlivenölKühl: 5-7 Tage
SchulterSchulterFest, fettreich, bindegewebsreich2-3 Std. (Schmoren)Kreuzkümmel, Koriander, PaprikaEinfrieren: bis 6 Monate
NierstückNierenstückZart, saftig, wenig Bindegewebe5-6 Min. pro Seite (Kurzbraten)Pfeffer, Rahmsauce, TrüffelVakuumiert: 5-7 Tage
FiletFiletExtrem zart, mager, edelstes Stück3-4 Min. pro Seite (Kurzbraten)Trüffelbutter, PetersilieFrisch: 2-3 Tage
BrustBrustFest, fettreich, für Schmorgerichte2-3 Std. (Schmoren)Tomaten, Zwiebeln, KräuterKühl: 4-5 Tage

Vertiefungs-Fakten

  • Schweizer Lammhaltung: 80% Weidehaltung in Alpen und Voralpen, 20% Stallhaltung (v.a. Winter)
  • Fütterung: Muttermilch (3-4 Monate) + Heu/Gras (keine Kraftfutter-Mast) → natürlicher, würziger Geschmack
  • Schlachtalter: 4-12 Monate (Milchlamm: 4-6 Monate, Mastlamm: 6-12 Monate, Jährling: 1-2 Jahre)
  • Fleischfarbe: Hellrot (junge Tiere), dunkler bei älteren Tieren
  • Fettgehalt: 20-30%, davon >50% ungesättigte Fettsäuren (gesünder als Rind/Schwein)
  • Fettverteilung: Intra- und intermuskulär (Marmorierung) → saftiges Fleisch
  • Saison
    • Frühlingslamm: März–Mai (aus Winterställen)
    • Herbstlamm: September–Oktober (Weidelamm, beste Qualität!)
    • Weihnachtslamm: November–Dezember
  • Qualitätsmerkmale
    • Helle, gleichmässige Farbe = frisches Fleisch
    • Feine Fasern = zartes Fleisch
    • Leichter, würziger Geruch = Weidehaltung
    • Glatte, trockene Oberfläche = gute Lagerung

ZUBEREITUNGSTECHNIKEN: VERTIEFT

TechnikEignungTemperaturTipps
KurzbratenFilet, Nierstück, Koteletts180-200°C (Pfanne)Medium (55-60°C Kerntemperatur) für beste Saftigkeit
GrillierenKoteletts, Lammracks200-220°C (Grill)Direkte Hitze für knusprige Kruste
SchmorenSchulter, Brust, Huft140-160°C (Ofen)Lange Garzeit (2-3 Std.) für zartes Fleisch
BratenGigot, Huft160-180°C (Ofen)Fettseite nach oben für gleichmässige Bräunung
SiedenSchulter, Brust90-95°C (Wasser)Nicht kochen! → sonst wird Fleisch zäh

Wissens-Fakten

  • Kerntemperatur
    • Medium: 55-60°C (rosa, saftig) → Empfohlen für Lamm
    • Well Done: 65-70°C (durchgebraten) → für Schmorgerichte
  • Ruhezeit: 10-15 Min. nach dem Garen → Saft bleibt im Fleisch
  • Pökeln: 24-48 Std. in Lake mit Kräutern → für bessere Haltbarkeit
  • Marinieren: 4-12 Std. in Öl, Zitrone, Kräutern → für zarteres Fleisch

NÄHRWERTE & GESUNDHEIT: VERTIEFT

FleischstückEiweiss (g/100g)Fett (g/100g)Eisen (mg/100g)Zink (mg/100g)Vitamin B12 (µg/100g)Kalorien (kcal/100g)Gesättigte FS (%)
Gigot18202,03,02,524040%
Kotelett19151,82,53,021035%
Huft17252,23,52,828045%
Schulter16301,52,82,232050%
Nierstück19122,53,03,520030%
Filet2082,84,04,016025%
Leber2057,04,015,015020%

Gesundheitsaspekte

  • Eiweiss: Hochwertig, alle essenziellen Aminosäuren → ideal für Muskelaufbau
  • Fett: >50% ungesättigte Fettsäuren (v.a. Omega-3) → gut für Herz-Kreislauf
  • Eisen: Häm-Eisen (besser bioverfügbar als pflanzliches Eisen) → wichtig bei Eisenmangel
  • Vitamin B12: Wichtig für Nervensystem und Blutbildung
  • Zink: Unterstützt Immunsystem und Wundheilung

Im Zutatenlexikon nachschlagen · Klassische Garnituren zu Fleisch

Kalb

KALB: ERWEITERT

Schweizer BegriffDE/AT ÄquivalentQualitätsmerkmaleOptimale GarzeitKombinationenLagerbedingungen
FiletKalbsfiletExtrem zart, hell, wenig Fett3-4 Min. pro Seite (Kurzbraten)Trüffel, Rahmsauce, MorchelnFrisch: 2-3 Tage
NierstückKalbsnierstückZart, saftig, leicht marmoriert4-5 Min. pro Seite (Kurzbraten)Marsala, Pilze, ZwiebelnVakuumiert: 5-7 Tage
SchulterKalbsschulterFest, wenig Fett, bindegewebsreich1,5-2 Std. (Schmoren)Tomaten, Oliven, RotweinKühl: 3-5 Tage
BrustKalbsbrustZart, hell, wenig Fett1-1,5 Std. (Sieden)Gemüse, Kräuter, WeissweinEinfrieren: bis 4 Monate
HuftKalbshuftFest, mager, feinfaserig2-3 Std. (Braten)Rotwein, Zwiebeln, KarottenKühl: 4-6 Tage
BriesKalbsbriesCremig, zart, hell2-3 Min. pro Seite (Kurzbraten)Zitrone, Petersilie, RahmFrisch: 1-2 Tage
Osso BucoOsso BucoMit Knochen, saftig2-3 Std. (Schmoren)Gremolata (Petersilie, Knoblauch, Zitrone)Kühl: 3-4 Tage

Vertiefungs-Fakten

  • Schweizer Kalbshaltung
    • Weidehaltung + Milchfütterung (kein Kraftfutter bei Milchkalb)
    • Stallhaltung mit Auslauf (Mastkalb)
    • Bio Suisse: Mind. 1,5 m² Auslauf, 100% Bio-Futter, keine Antibiotika
    • IP-Suisse: Integrierte Produktion, höhere Tierwohl-Standards
  • Fütterung
    • Milchkalb: Nur Muttermilch oder Vollmilch (3-4 Monate)
    • Mastkalb: Milch + Heu + Kraftfutter (5-8 Monate)
  • Schlachtalter
    • Milchkalb: 3-4 Monate → extrem zart, hellrosa
    • Mastkalb: 5-8 Monate → zart, hellrot
  • Fleischfarbe
    • Hellrosa = Milchkalb (3-4 Monate)
    • Hellrot = Mastkalb (5-8 Monate)
    • Rötlich = ältere Tiere (>8 Monate)
  • Fett: Sehr mager (3-5% Fett) → ideal für Diätküche
  • Qualitätsmerkmale
    • Helle, gleichmässige Farbe = junges Tier
    • Feine, kurze Fasern = zartes Fleisch
    • Glatte, trockene Oberfläche = frisches Fleisch
    • Leichter, milchiger Geruch = gute Qualität

ZUBEREITUNGSTECHNIKEN: VERTIEFT

TechnikEignungTemperaturTipps
KurzbratenFilet, Nierstück, Bries180-200°C (Pfanne)Medium (55-60°C Kerntemperatur) → saftig
SchmorenSchulter, Huft, Osso Buco140-160°C (Ofen)Lange Garzeit (1,5-3 Std.) → zartes Fleisch
SiedenBrust, Zunge90-95°C (Wasser)Nicht kochen! → sonst wird Fleisch zäh
BratenHuft, Schulter160-180°C (Ofen)Fettseite nach oben für gleichmässige Bräunung
SautierenBries, Leber180-200°C (Pfanne)Kurze Zeit (2-3 Min.) → cremige Konsistenz

Wissens-Fakten

  • Kerntemperatur
    • Medium: 55-60°C (rosa, saftig) → Empfohlen für Kalb
    • Well Done: 65-70°C (durchgebraten) → für Schmorgerichte
  • Ruhezeit: 10-15 Min. nach dem Garen → Saft bleibt im Fleisch
  • Pökeln: 12-24 Std. in Lake mit Kräutern → für bessere Haltbarkeit
  • Marinieren: 2-4 Std. in Öl, Zitrone, Kräutern → für zarteres Fleisch

NÄHRWERTE & GESUNDHEIT: VERTIEFT

FleischstückEiweiss (g/100g)Fett (g/100g)Eisen (mg/100g)Zink (mg/100g)Vitamin B1 (mg/100g)Vitamin B12 (µg/100g)Kalorien (kcal/100g)
Filet21,22,81,23,50,62,0110
Nierstück20,43,91,54,00,51,8120
Schulter19,54,81,84,50,42,2130
Brust18,75,52,05,00,32,5140
Huft19,84,21,64,20,52,0125
Bries17,37,82,53,00,73,0160
Leber19,54,86,04,00,415,0140

Gesundheitsaspekte

  • Eiweiss: Hochwertig, alle essenziellen Aminosäuren → biologische Wertigkeit: 95-100%
  • Fett: Sehr mager (3-5% Fett) → ideal für fettarme Ernährung
  • Eisen: Häm-Eisen (besser bioverfügbar als pflanzliches Eisen) → wichtig bei Eisenmangel
  • Vitamin B1: Wichtig für Nervensystem und Stoffwechsel
  • Vitamin B12: Wichtig für Blutbildung und Nervensystem

Im Zutatenlexikon nachschlagen · Klassische Garnituren zu Fleisch

Kaninchen

KANINCHEN: ERWEITERT

Schweizer BegriffDE/AT ÄquivalentQualitätsmerkmaleOptimale GarzeitKombinationenLagerbedingungen
RückenKaninchenrückenExtrem zart, mager, hell4-5 Min. pro Seite (Kurzbraten)Senf, Honig, Kräuter, WeissweinFrisch: 2-3 Tage
KeuleKaninchenkeuleFest, saftig, wenig Fett1-1,5 Std. (Schmoren)Tomaten, Oliven, Wein, RosmarinKühl: 3-5 Tage
SchulterKaninchenschulterFest, aromatisch, bindegewebsreich1,5-2 Std. (Schmoren)Paprika, Zwiebeln, KnoblauchEinfrieren: bis 6 Monate
BrustKaninchenbrustZart, mager8-10 Min. pro Seite (Kurzbraten)Zitrone, Knoblauch, PetersilieVakuumiert: 5-7 Tage
LendeKaninchenlendeZart, mager3-4 Min. pro Seite (Kurzbraten)Trüffel, Rahm, PilzeFrisch: 1-2 Tage
LeberKaninchenleberFein, intensiv, dunkel2-3 Min. pro Seite (Kurzbraten)Speck, Zwiebeln, ApfelFrisch: 1 Tag

Vertiefungs-Fakten

  • Schweizer Kaninchenhaltung
    • Stallhaltung mit Auslauf (konventionell)
    • Bio Suisse: Mind. 2 m² Auslauf pro Tier, 100% Bio-Futter, keine Antibiotika
    • IP-Suisse: Integrierte Produktion, höhere Tierwohl-Standards
  • Fütterung: Heu (80%), Gemüse (10%), Getreide (10%) (kein Fleisch oder Fisch!)
  • Schlachtalter: 3-5 Monate (jünger = zarter)
  • Fleischfarbe: Hellrosa (junge Tiere) bis hellrot (ältere Tiere)
  • Fett: Sehr mager (2-4% Fett) → ideal für Diätküche
  • Qualitätsmerkmale
    • Helle, gleichmässige Farbe = junges Tier
    • Feine Fasern = zartes Fleisch
    • Leichter, nussiger Geruch = gute Qualität
    • Glatte, trockene Oberfläche = frisches Fleisch

ZUBEREITUNGSTECHNIKEN: VERTIEFT

TechnikEignungTemperaturTipps
KurzbratenRücken, Lende, Brust180-200°C (Pfanne)Medium (60-65°C Kerntemperatur) → saftig
SchmorenKeule, Schulter140-160°C (Ofen)Lange Garzeit (1-2 Std.) → zartes Fleisch
SiedenSchulter, Brust90-95°C (Wasser)Nicht kochen! → sonst wird Fleisch zäh
BratenKeule, Schulter160-180°C (Ofen)Fettseite nach oben für gleichmässige Bräunung
FüllungenBrust160-180°C (Ofen)Mit Kräutern, Speck, Gemüse füllen

Wissens-Fakten

  • Kerntemperatur
    • Medium: 60-65°C (rosa, saftig) → Empfohlen für Kaninchen
    • Well Done: 70-75°C (durchgebraten) → für Schmorgerichte
  • Ruhezeit: 5-10 Min. nach dem Garen → Saft bleibt im Fleisch
  • Pökeln: 12-24 Std. in Lake mit Kräutern → für bessere Haltbarkeit
  • Marinieren: 2-4 Std. in Öl, Zitrone, Kräutern → für zarteres Fleisch

NÄHRWERTE & GESUNDHEIT: VERTIEFT

FleischstückEiweiss (g/100g)Fett (g/100g)Eisen (mg/100g)Zink (mg/100g)Vitamin B12 (µg/100g)Kalorien (kcal/100g)
Rücken21,52,52,22,55,0110
Keule20,83,22,53,04,5120
Schulter19,54,12,02,54,0130
Brust20,22,81,82,03,5105
Lende21,22,22,32,85,5108
Leber18,94,86,04,015,0140

Gesundheitsaspekte

  • Eiweiss: Hochwertig, alle essenziellen Aminosäuren → biologische Wertigkeit: 90-95%
  • Fett: Sehr mager (2-4% Fett) → ideal für fettarme Ernährung
  • Eisen: Häm-Eisen (besser bioverfügbar als pflanzliches Eisen) → wichtig bei Eisenmangel
  • Vitamin B12: Wichtig für Blutbildung und Nervensystem
  • Selen: Unterstützt Immunsystem und Schilddrüsenfunktion

Im Zutatenlexikon nachschlagen

Helles Geflügel (Poulet, Pute)

POULET: ERWEITERT

Schweizer BegriffDE/AT ÄquivalentQualitätsmerkmaleOptimale GarzeitKombinationenLagerbedingungen
Pouletbrust (ohne Haut)HühnerbrustExtrem mager, zart, hell6-8 Min. pro Seite (Kurzbraten)Rahm, Pilze, Curry, ZitroneFrisch: 3-4 Tage
Pouletbrust (mit Haut)HühnerbrustSaftiger, knusprige Haut8-10 Min. pro Seite (Braten)Honig, Senf, KräuterbutterKühl: 4-5 Tage
PouletkeuleHühnerkeuleFest, saftig30-40 Min. (Braten)Kräuter, Knoblauch, Zitrone, WeissweinKühl: 4-5 Tage
PouletflügelHühnerflügelKnusprige Haut, saftig20-25 Min. (Braten)BBQ-Sauce, Honig, ChiliEinfrieren: bis 6 Monate
PouletschenkelHühnerschenkelFest, aromatisch40-50 Min. (Schmoren)Tomaten, Paprika, RotweinKühl: 5-6 Tage

Vertiefungs-Fakten

  • Schweizer Poulethaltung
    • Stallhaltung (konventionell: 80% der Produktion)
    • Bio Suisse: Mind. 4 m² Auslauf pro Tier, 100% Bio-Futter, keine Antibiotika
    • IP-Suisse: Integrierte Produktion, höhere Tierwohl-Standards
  • Fütterung: Getreide (60%), Soja (20%), Mais (10%), Mineralstoffe (10%) (keine tierischen Proteine seit 2001 in CH!)
  • Schlachtalter
    • Mastpoulet: 5-8 Wochen → zart, hell
    • Suppenhuhn: 4-5 Monate → fest, aromatisch
  • Fleischfarbe
    • Hellrosa = junges Tier (5-8 Wochen)
    • Hellrot = älteres Tier (>3 Monate)
  • Fett: Sehr mager (3-5% Fett, ohne Haut: 1-2%)
  • Qualitätsmerkmale
    • Glatte, trockene Haut = frisches Fleisch
    • Leichter Geruch = frisches Fleisch
    • Elastische Konsistenz = frisches Fleisch

PUTE: ERWEITERT

Schweizer BegriffDE/AT ÄquivalentQualitätsmerkmaleOptimale GarzeitKombinationenLagerbedingungen
Putenbrust (ohne Haut)PutenbrustExtrem mager, gross8-10 Min. pro Seite (Kurzbraten)Preiselbeeren, Maronen, RahmVakuumiert: 5-7 Tage
Putenbrust (mit Haut)PutenbrustSaftiger, knusprige Haut10-12 Min. pro Seite (Braten)Honig, Senf, KräuterKühl: 5-6 Tage
PutenkeulePutenkeuleFest, saftig45-60 Min. (Braten)Rotwein, Rosmarin, KnoblauchKühl: 5-6 Tage
PutenflügelPutenflügelGross, saftig25-30 Min. (Braten)BBQ-Sauce, Honig, ChiliEinfrieren: bis 8 Monate

Vertiefungs-Fakten

  • Schweizer Putenhaltung
    • Stallhaltung (konventionell: 90% der Produktion)
    • Bio Suisse: Mind. 10 m² Auslauf pro Tier, 100% Bio-Futter, keine Antibiotika
    • IP-Suisse: Integrierte Produktion, höhere Tierwohl-Standards
  • Fütterung: Getreide (65%), Soja (25%), Mais (10%)
  • Schlachtalter: 4-7 Monate (weiblich: 4-5 Monate, männlich: 5-7 Monate)
  • Fleischfarbe: Hellrosa bis hellrot
  • Fett: Sehr mager (2-4% Fett, ohne Haut: 1-2%)
  • Qualitätsmerkmale
    • Glatte, trockene Haut = frisches Fleisch
    • Leichter Geruch = frisches Fleisch
    • Elastische Konsistenz = frisches Fleisch

ZUBEREITUNGSTECHNIKEN: VERTIEFT

TechnikEignungTemperaturTipps
KurzbratenBrust, Filet180-200°C (Pfanne)Medium (65-70°C Kerntemperatur) → saftig
BratenKeule, Flügel, ganzes Poulet160-180°C (Ofen)Fettseite nach oben, regelmässig wenden
GrillierenBrust, Keule, Flügel200-220°C (Grill)Direkte Hitze für knusprige Haut
SchmorenSchenkel, Keule140-160°C (Ofen)Lange Garzeit (40-60 Min.) → zartes Fleisch
SiedenGanzes Poulet, Suppe90-95°C (Wasser)Nicht kochen! → sonst wird Fleisch zäh
FrittierenFlügel, Stücke180°C (Frittierfett)Knusprige Panade

Wissens-Fakten

  • Kerntemperatur
    • Poulet: 75-80°C (durchgebraten, da Salmonellengefahr!)
    • Pute: 75-80°C (durchgebraten)
  • Ruhezeit: 10-15 Min. nach dem Garen → Saft bleibt im Fleisch
  • Pökeln: 12-24 Std. in Lake mit Kräutern → für bessere Haltbarkeit
  • Marinieren: 2-12 Std. in Öl, Zitrone, Kräutern → für zarteres Fleisch

NÄHRWERTE & GESUNDHEIT: VERTIEFT

FleischstückEiweiss (g/100g)Fett (g/100g)Eisen (mg/100g)Zink (mg/100g)Vitamin B3 (mg/100g)Vitamin B6 (mg/100g)Kalorien (kcal/100g)
Pouletbrust (ohne Haut)21,21,00,80,814,00,695
Pouletbrust (mit Haut)18,58,01,01,510,00,5160
Pouletkeule (mit Haut)17,812,01,22,08,00,4180
Pouletflügel16,215,01,01,56,00,3200
Putenbrust (ohne Haut)22,11,01,52,515,00,7100
Putenbrust (mit Haut)19,45,02,03,012,00,6140
Putenkeule (mit Haut)18,78,02,03,010,00,5160

Gesundheitsaspekte

  • Eiweiss: Hochwertig, alle essenziellen Aminosäuren → biologische Wertigkeit: 90-95%
  • Fett: Sehr mager (ohne Haut: 1-2% Fett) → ideal für fettarme Ernährung
  • Eisen: Häm-Eisen (besser bioverfügbar als pflanzliches Eisen) → wichtig bei Eisenmangel
  • Vitamin B3 (Niacin): Wichtig für Stoffwechsel und Nervensystem
  • Vitamin B6: Wichtig für Eiweissstoffwechsel und Immunsystem

Im Zutatenlexikon nachschlagen · Klassische französische Gerichte

Dunkles Geflügel (Ente, Gans)

ENTE: ERWEITERT

Schweizer BegriffDE/AT ÄquivalentQualitätsmerkmaleOptimale GarzeitKombinationenLagerbedingungen
Entenbrust (ohne Haut)EntenbrustZart, magerer5-6 Min. pro Seite (Kurzbraten)Orangensauce, Rotwein, HonigFrisch: 2-3 Tage
Entenbrust (mit Haut)EntenbrustZart, fettreich, knusprige Haut6-8 Min. pro Seite (skin side down)Apfel, Maronen, PortweinKühl: 3-4 Tage
EntenkeuleEntenkeuleFest, saftig, fettreich1,5-2 Std. (Schmoren)Sauerkraut, Äpfel, RotkohlKühl: 4-5 Tage
EntenflügelEntenflügelKnusprig, fettreich25-30 Min. (Braten)BBQ, Honig, SojasauceEinfrieren: bis 6 Monate

Vertiefungs-Fakten

  • Schweizer Entenhaltung
    • Freilandhaltung (Bio Suisse: 100% Auslauf)
    • Stallhaltung mit Auslauf (IP-Suisse)
  • Fütterung: Getreide (70%), Gemüse (20%), Gras (10%)
  • Schlachtalter: 8-12 Wochen
  • Fleischfarbe: Dunkelrot (Fleisch), gelblich (Fett)
  • Fett: Fettreich (15-25% Fett) → ideal für Confit und Braten
  • Saison: Herbst/Winter (Hauptsaison)
  • Qualitätsmerkmale
    • Glatte, trockene Haut = frisches Fleisch
    • Gelbliche Fettfarbe = gute Fütterung
    • Fester Fleischansatz = gute Qualität

GANS: ERWEITERT

Schweizer BegriffDE/AT ÄquivalentQualitätsmerkmaleOptimale GarzeitKombinationenLagerbedingungen
Gänsebrust (ohne Haut)GänsebrustZart, magerer6-8 Min. pro Seite (Kurzbraten)Rotkohl, Maronen, ÄpfelFrisch: 2-3 Tage
Gänsebrust (mit Haut)GänsebrustExtrem fettreich, knusprige Haut8-10 Min. pro Seite (skin side down)Sauerkraut, Knödel, PreiselbeerenKühl: 4-5 Tage
GänsekeuleGänsekeuleFest, saftig, fettreich2-3 Std. (Schmoren)Rotwein, Lorbeer, WacholderEinfrieren: bis 8 Monate

Vertiefungs-Fakten

  • Schweizer Gänsehaltung
    • Freilandhaltung (Bio Suisse: 100% Auslauf)
    • Stallhaltung mit Auslauf (IP-Suisse)
  • Fütterung: Getreide (60%), Gemüse (30%), Gras (10%)
  • Schlachtalter: 5-7 Monate
  • Fleischfarbe: Dunkelrot bis braun (Fleisch), weiss (Fett)
  • Fett: Sehr fettreich (30-40% Fett) → ideal für Braten und Confit
  • Saison: Herbst/Winter (Hauptsaison: Martinsgansl am 11. November)
  • Qualitätsmerkmale
    • Glatte, trockene Haut = frisches Fleisch
    • Weisse Fettfarbe = gute Fütterung
    • Fester Fleischansatz = gute Qualität

ZUBEREITUNGSTECHNIKEN: VERTIEFT

TechnikEignungTemperaturTipps
KurzbratenBrust180-200°C (Pfanne)Skin side down für knusprige Haut
BratenGanzes Tier, Keule160-180°C (Ofen)Fett abgiessen und für Sauce verwenden
SchmorenKeule, Flügel140-160°C (Ofen)Lange Garzeit (2-3 Std.) → zartes Fleisch
ConfierenBrust, Keule90-100°C (Fett)In Gänse-/Entenfett bei niedriger Temperatur
RäuchernBrust, Leber60-80°C (Rauch)Kalt- oder Heissräuchern

Wissens-Fakten

  • Kerntemperatur
    • Medium: 60-65°C (rosa) → für Brust
    • Well Done: 75-80°C (durchgebraten) → für Keule, Flügel
  • Ruhezeit: 15-20 Min. nach dem Garen → Saft bleibt im Fleisch
  • Fettverwertung: Enten-/Gänsefett kann für Braten, Backen, Confieren wiederverwendet werden

NÄHRWERTE & GESUNDHEIT: VERTIEFT

FleischstückEiweiss (g/100g)Fett (g/100g)Eisen (mg/100g)Zink (mg/100g)Vitamin B12 (µg/100g)Kalorien (kcal/100g)
Entenbrust (ohne Haut)18,25,12,52,00,5140
Entenbrust (mit Haut)16,420,22,01,50,4250
Entenkeule17,115,32,22,50,6220
Gänsebrust (ohne Haut)19,33,23,02,50,8120
Gänsebrust (mit Haut)15,135,42,52,00,6380
Gänsekeule17,825,12,82,80,9300

Gesundheitsaspekte

  • Eiweiss: Hochwertig, alle essenziellen Aminosäuren
  • Fett: Hoher Anteil an ungesättigten Fettsäuren (v.a. Omega-3: 300-500 mg/100g) → gut für Herz-Kreislauf
  • Eisen: Häm-Eisen (besser bioverfügbar) → wichtig bei Eisenmangel
  • Vitamin B12: Wichtig für Blutbildung und Nervensystem

Im Zutatenlexikon nachschlagen · Klassische französische Gerichte

Wild

WILDTIERE: ERWEITERT

Schweizer BegriffDE/AT ÄquivalentQualitätsmerkmaleOptimale GarzeitKombinationenLagerbedingungen
RehrückenRehrückenExtrem zart, mager, feinfaserig4-5 Min. pro Seite (Kurzbraten)Preiselbeeren, Rahm, RotweinFrisch: 3-5 Tage
WildschweinkeuleWildschweinkeuleFest, aromatisch, fettreicher2-3 Std. (Schmoren)Rotwein, Maronen, WacholderKühl: 5-7 Tage
HirschragoutHirschragoutFest, kräftig, mager2-3 Std. (Schmoren)Lorbeer, Wacholder, RotweinEinfrieren: bis 12 Monate
GamsbratenGamsbratenZart, nussig, mager1,5-2 Std. (Braten)Wacholder, Rotwein, PreiselbeerenVakuumiert: 7-10 Tage
HasenpfefferHasenpfefferFest, mager, aromatisch2-3 Std. (Schmoren)Pfeffer, Zwiebeln, RahmsauceFrisch: 2-3 Tage
FasanenbrustFasanenbrustZart, mager5-6 Min. pro Seite (Kurzbraten)Trüffel, Rahm, PilzeFrisch: 2-3 Tage

Vertiefungs-Fakten

  • Schweizer Wildtierpopulation (2026)
    • Reh: ~50.000 Tiere
    • Wildschwein: ~15.000 Tiere
    • Hirsch (Rothirsch): ~15.000 Tiere
    • Gams: ~50.000 Tiere
    • Hase: ~100.000 Tiere
  • Jagdmethoden
    • Pirschjagd: Einzeljagd
    • Drückjagd: Gruppenjagd
    • Ansitzjagd: Warten am Hochsitz
    • Lockjagd: Mit Lockmitteln
  • Fleischreifung: 7-14 Tage (länger als bei Hausfleisch) → zarter, aromatischer
  • Fleischfarbe: Dunkelrot bis braun (abhängig von Tierart, Alter und Fütterung)
  • Fett: Sehr mager (Reh, Hirsch, Gams), fettreicher (Wildschwein)
  • Saison
    • Reh: Mai–Februar
    • Wildschwein: Ganzjährig
    • Hirsch: September–Januar
    • Gams: August–Dezember
    • Hase: September–Januar
  • Qualitätsmerkmale
    • Dunkle Farbe = gutes Alter
    • Fester Fleischansatz = gute Qualität
    • Leichter Wildgeruch = frisches Fleisch

ZUBEREITUNGSTECHNIKEN: VERTIEFT

TechnikEignungTemperaturTipps
KurzbratenRehrücken, Gamsbraten, Fasanenbrust180-200°C (Pfanne)Medium (55-60°C Kerntemperatur) → saftig
SchmorenWildschweinkeule, Hirschragout, Hasenpfeffer140-160°C (Ofen)Lange Garzeit (2-3 Std.) → zartes Fleisch
BratenGamsbraten, Rehrücken160-180°C (Ofen)Fett abgiessen und für Sauce verwenden
SiedenWildschwein, Hase90-95°C (Wasser)Nicht kochen! → sonst wird Fleisch zäh
PökelnWildschwein, Hase–24-48 Std. in Lake mit Gewürzen

Wissens-Fakten

  • Kerntemperatur
    • Medium: 55-60°C (rosa) → für zarte Stücke (Reh, Gams)
    • Well Done: 70-75°C (durchgebraten) → für feste Stücke (Wildschwein, Hase)
  • Ruhezeit: 15-20 Min. nach dem Garen → Saft bleibt im Fleisch
  • Wildgeruch: Durch Reifung und Gewürze reduzieren
  • Fett: Wildschweinfett kann für Braten, Wurst, Speck verwendet werden

NÄHRWERTE & GESUNDHEIT: VERTIEFT

FleischstückEiweiss (g/100g)Fett (g/100g)Eisen (mg/100g)Zink (mg/100g)Vitamin B12 (µg/100g)Kalorien (kcal/100g)
Rehrücken22,13,23,53,05,0120
Wildschweinkeule20,412,12,52,53,0220
Hirschragout21,35,44,03,56,0140
Gamsbraten22,02,13,83,25,5110
Hasenpfeffer21,24,33,02,84,5130
Fasanenbrust21,53,53,22,54,8115

Gesundheitsaspekte

  • Eiweiss: Hochwertig, alle essenziellen Aminosäuren → biologische Wertigkeit: 95-100%
  • Fett: Sehr mager (Reh, Hirsch, Gams: 2-5% Fett) → ideal für fettarme Ernährung
  • Eisen: Häm-Eisen (besser bioverfügbar) → wichtig bei Eisenmangel
  • Vitamin B12: Wichtig für Blutbildung und Nervensystem
  • Omega-3-Fettsäuren: Hoher Anteil (v.a. bei Wildtieren aus Weidehaltung)

Im Zutatenlexikon nachschlagen · Klassische Wildgerichte

Fisch & Meeresfrüchte

SÜSSWASERFISCHE: ERWEITERT

Schweizer BegriffDE/AT ÄquivalentQualitätsmerkmaleOptimale GarzeitKombinationenLagerbedingungen
Forelle MüllerinForelle MüllerinZart, mager, klassisch8-10 Min. (Dämpfen)Butter, Petersilie, ZitroneFrisch: 2-3 Tage
FelchenfiletFelchenfiletZart, mager, süsslich6-8 Min. (Dämpfen)Rahm, Dill, WeissweinKühl: 3-4 Tage
ÄschenfiletÄschenfiletFest, mager, feine Gräten8-10 Min. (Braten)Mandelbutter, ZitroneVakuumiert: 5-7 Tage
Hecht in DillsauceHecht in DillsauceFest, mager, grätenreich15-20 Min. (Dämpfen)Dill, Rahm, ZitroneFrisch: 2-3 Tage
ZanderfiletZanderfiletZart, mager, feine Gräten8-10 Min. (Dämpfen)Weisswein, Safran, PilzeKühl: 3-4 Tage
Egli frittiertEgli frittiertFest, mager, knusprig3-4 Min. (Frittieren)Zitrone, PetersilieFrisch: 1-2 Tage
Aal geräuchertAal geräuchertFettreich, aromatisch–Senf, MeerrettichVakuumiert: 14 Tage

Vertiefungs-Fakten

  • Schweizer Fischerei (BAFU)
    • Fischarten: 54 einheimische und etwa 20 eingeführte
    • Berufsfischerei: 944,4 Tonnen Fang 2024, vor allem Felchen und Egli
    • Angelfischerei: mehr als 100'000 Personen angeln mindestens einmal im Jahr
  • Fischzucht in der Schweiz (FAO, 2022)
    • Regenbogenforelle: rund 1'300 Tonnen (von der FAO geschätzt)
    • Egli: rund 470 Tonnen
    • Lachs: rund 160 Tonnen, in Kreislaufanlagen mit künstlichem Meerwasser
    • Felchen: werden vor allem für den Besatz der Seen gezüchtet, 2016 rund 323 Millionen Jungfelchen (BAFU)
  • Import
    • Salzwasserfische: ~50.000 Tonnen/Jahr (v.a. Lachs aus Norwegen, Dänemark, Niederlande)
  • Fischfrische
    • Frischekriterien: Klare Augen, glänzende Haut, roter Kiemen, kein Fischgeruch
    • Lagerung: 0-4°C, in Eis oder im Kühlschrank
    • Haltbarkeit: 2-4 Tage (frisch), bis 6 Monate (tiefgekühlt)
  • Fischqualitätsklassen
    • Klasse A: Frisch, beste Qualität
    • Klasse B: Gut, leichte Mängel
    • Klasse C: Für weitere Verarbeitung

MEERESFRÜCHTE: ERWEITERT

Schweizer BegriffDE/AT ÄquivalentQualitätsmerkmaleOptimale GarzeitKombinationenLagerbedingungen
Garnelen «à la Provençale»Garnelen ProvenzalischZart, süsslich2-3 Min. (Dämpfen)Knoblauch, Petersilie, TomatenKühl: 3-4 Tage
Hummer «à l'Américaine»Hummer AmerikanischFest, aromatisch15-20 Min. (Dämpfen)Butter, Zitrone, CognacLebend: 1-2 Tage
Muscheln in WeissweinMuscheln in WeissweinZart, salzig5-8 Min. (Dämpfen)Weisswein, Knoblauch, PetersilieFrisch: 2-3 Tage
Jakobsmuscheln «à la Poêle»Jakobsmuscheln in PfanneZart, süsslich2-3 Min. pro Seite (Braten)Butter, Zitrone, PetersilieFrisch: 1-2 Tage
Tintenfisch-RisottoTintenfisch-RisottoFest, aromatisch10-12 Min. (Schmoren)Risotto, Weisswein, PetersilieKühl: 2-3 Tage
Austern mit ZitroneAustern mit ZitroneZart, salzigRohZitrone, Sojasauce, TabascoFrisch: 1 Tag

Vertiefungs-Fakten

  • Schweizer Meeresfrüchte-Markt (2026)
    • Importmengen: ~10.000 Tonnen/Jahr
    • Garnelen: 5.000 Tonnen (v.a. aus Spanien, Italien, Norwegen)
    • Muscheln: 2.000 Tonnen (v.a. aus Frankreich, Spanien)
    • Tintenfisch: 1.500 Tonnen (v.a. aus Spanien, Italien)
    • Hummer/Krabben: 1.000 Tonnen (v.a. aus Norwegen, Kanada)
    • Austern: 500 Tonnen (v.a. aus Frankreich, Niederlande)
    • Importwert: ~500 Mio. CHF/Jahr
    • Hauptimportländer: Norwegen (30%), Dänemark (20%), Spanien (15%), Italien (10%), Frankreich (10%)
  • Qualitätsmerkmale
    • Glatte, glänzende Schale = frische Muscheln
    • Geschlossene Schale = lebende Muscheln
    • Klare Augen = frische Garnelen/Hummer
    • Leichter Meeresgeruch = frische Meeresfrüchte

NÄHRWERTE & GESUNDHEIT: VERTIEFT

Fischart/MeeresfruchtEiweiss (g/100g)Fett (g/100g)Omega-3 (g/100g)Vitamin D (µg/100g)Jod (µg/100g)Selen (µg/100g)Kalorien (kcal/100g)
Forelle20,11,20,32,0101590
Felchen19,22,30,222,11,52798
Lachs20,413,42,515,02030200
Kabeljau18,20,50,11,01504080
Garnelen20,31,10,30,51003090
Hummer19,11,20,21,01504090
Muscheln16,51,50,40,82005080
Tintenfisch18,21,80,51,2804595

Quelle

  • Felchen: BLV, Schweizer Nährwertdatenbank, «Felche, roh» (Omega-3: EPA, DHA und Alpha-Linolensäure zusammen). Die übrigen Zeilen sind noch nicht an einer amtlichen Quelle geprüft.

Gesundheitsaspekte

  • Eiweiss: Hochwertig, alle essenziellen Aminosäuren → biologische Wertigkeit: 90-100%
  • Fett
    • Magerfische (<2% Fett): Sehr fettarm, ideal für fettarme Ernährung
    • Fettfische (2-10% Fett): Reich an Omega-3-Fettsäuren (gut für Herz-Kreislauf)
  • Omega-3-Fettsäuren: EPA und DHA → entzündungshemmend, gut für Gehirn und Herz
  • Vitamin D: Wichtig für Knochen und Immunsystem
  • Jod: Wichtig für Schilddrüsenfunktion
  • Selen: Antioxidans, wichtig für Immunsystem

Im Zutatenlexikon nachschlagen · Klassische Fischgerichte

Kartoffeln & Knollen

KARTOFFELN: ERWEITERT

SorteTypStärkegehaltOptimaler AnbauLagerfähigkeitKulinarische Eigenschaften
BintjeMehligkochendHochLeichte BödenMittelIdeal für Püree, Pommes frites
LindaVorwiegend festkochendMittelAlle BödenGutVielseitig, Salzkartoffeln
AgriaFestkochendNiedrigSchwere BödenSehr gutBleibt ganz, Gratins
LauraFestkochendNiedrigLeichte BödenGutOfenkartoffeln, Salate
AnnabelleVorwiegend festkochendMittelAlle BödenGutBratkartoffeln, Eintöpfe
DésiréeVorwiegend festkochendMittelAlle BödenSehr gutRote Schale, fest
SieglindeFestkochendNiedrigLeichte BödenMittelGelbes Fleisch, aromatisch

Vertiefungs-Fakten

  • Stärkegehalt:
  • Mehligkochend: >15% Stärke → zerfällt beim Kochen
  • Festkochend: <13% Stärke → bleibt ganz
  • Vorwiegend festkochend: 13-15% Stärke → leicht mehlig
  • Schweizer Kartoffelmarkt (2026):
  • Anbaufläche: ~15.000 ha
  • Produktion: ~400.000 Tonnen/Jahr
  • Selbstversorgungsgrad: 90%
  • Bio-Anteil: 10%
  • Qualitätskriterien:
  • Grösse: 35-80 mm (Handelsklasse I)
  • Form: Rund bis oval, gleichmässig
  • Schale: Glatt, ohne Risse
  • Fleisch: Hellgelb bis gelb

KARTOFFELANBAU & SORTEN (CH-SPEZIFISCH)

Schweizer Kartoffelsorten & ihre Eigenschaften

SorteReifezeitFleischfarbeSchalenfarbeGeschmackVerwendung
DrillingeFrühGelbGelbButtrigSalzkartoffeln, Ofenkartoffeln
CharlotteFrühGelbGelbNussigSalate, Ofenkartoffeln
NicolaMittelGelbGelbFestSalzkartoffeln, Bratkartoffeln
RatteMittelGelbGelbButtrigGratins, Püree
VitelotteSpätViolettViolettNussig, festPüree, Chips

Anbaugebiete

  • Bern: Grösstes Anbaugebiet (30% der CH-Produktion)
  • Aargau: 20% der CH-Produktion
  • Zürich: 15% der CH-Produktion
  • Thurgau: 10% der CH-Produktion
  • Waadt: 10% der CH-Produktion

Im Zutatenlexikon nachschlagen · Saisonalität im Saisonkalender prüfen · Klassische Kartoffelzubereitungen

Milchprodukte & Käse

KÄSE: ERWEITERT

KäsesorteHerstellungsregionBesonderheitenReifungFettgehaltOptimaler Wein
Emmentaler AOPEmmental (BE)Löcher durch Propionsäurebakterien4-12 Monate45-50%Weisswein (Chasselas)
Gruyère AOPFreiburg (FR)Nussiger Geschmack, kristalline Struktur5-10 Monate48-50%Rotwein (Pinot Noir)
Sbrinz AOPZentralschweizHartkäse, sehr lange Reifezeit18-30 Monate48-50%Rotwein (Merlot)
AppenzellerAppenzell (AR/AI)Kräuterrinde (Senf, Wein, Gewürze)3-6 Monate48-50%Weisswein (Riesling)
Tête de Moine AOPBellelay (JU)Wird mit Girolle gehobelt3-6 Monate45-50%Rotwein (Syrah)
BergkäseAlpenregionAlpmilch, kräftiger Geschmack6-12 Monate48-50%Rotwein (Cabernet)
Raclette du Valais AOPWallis (VS)Mild-würzig, schmilzt gut3-6 Monate45-50%Weisswein (Fendant)

Vertiefungs-Fakten

  • Käseherstellung:
  • Dicklegen: Milch wird mit Lab oder Säure zum Gerinnen gebracht
  • Bruch: Gallerte wird geschnitten → Bruchgrösse bestimmt Käseart (grober Bruch = harter Käse)
  • Formen & Pressen: Bruch wird in Formen gefüllt und gepresst
  • Salzen: Oberfläche wird gesalzen oder in Salzbad eingelegt
  • Reifung: Käse lagert bei 10-15°C, 85-95% Luftfeuchtigkeit
  • Schweizer Käse-AOP (Appellation d'Origine Protégée):
  • Emmentaler AOP (seit 2000)
  • Gruyère AOP (seit 2001)
  • Sbrinz AOP (seit 2002)
  • Tête de Moine AOP (seit 2003)
  • Raclette du Valais AOP (seit 2003)
  • Milchverarbeitung in der Schweiz:
  • Rohmilch: 10% der Milch (für Rohmilchkäse)
  • Pasteurisiert: 90% (für Trinkmilch, Joghurt, pasteurisierten Käse)

MILCH: ERWEITERT

Schweizer Milchmarkt (2026)

  • Milchkühe: ~500.000
  • Milchproduktion: ~3,5 Mio. Tonnen/Jahr
  • Selbstversorgungsgrad: 100% (CH produziert mehr Milch als verbraucht)
  • Milchpreis (CHF/Liter, 2026):
  • Rohmilch: 1,20-1,50 CHF
  • Trinkmilch: 1,80-2,20 CHF
  • Bio-Milch: 2,20-2,80 CHF
  • Milchverarbeitung:
  • Käse: 40%
  • Joghurt: 15%
  • Butter: 10%
  • Rahm: 5%
  • Milchpulver: 20%
  • Trinkmilch: 10%

Milchrassen in der Schweiz

  • Holstein: 60% (hohe Milchleistung, 7.000-9.000 kg/Jahr)
  • Brown Swiss: 20% (gute Milchqualität, 6.000-8.000 kg/Jahr)
  • Simmental: 10% (Doppelzweckrasse, 5.000-7.000 kg/Jahr)
  • Fleckvieh: 5% (robust, 5.000-7.000 kg/Jahr)
  • Jersey: 5% (hoher Fettgehalt, 4.000-6.000 kg/Jahr)

Im Zutatenlexikon nachschlagen · Klassiker aus der Schweiz, Deutschland und Österreich

Eier & Eiprodukte

EIER: ERWEITERT

HaltungsformBeschreibungFutterAuslaufPreis (CHF/Stück)Verfügbarkeit
Bio SuisseHöchste Tierwohl-Standards100% Bio-FutterMind. 1,5 m² pro Huhn0,60-0,80~20%
IP-SuisseIntegrierte Produktion80% Schweizer FutterMind. 1 m² pro Huhn0,45-0,60~40%
FreilandhaltungAuslauf im FreienKonventionelles FutterMind. 0,5 m² pro Huhn0,40-0,50~30%
BodenhaltungHaltung im StallKonventionelles FutterKein Auslauf0,30-0,40~10%

Vertiefungs-Fakten

  • Schweizer Eiermarkt (2026):
  • Legehennen: ~4,5 Mio.
  • Eierproduktion: ~1,2 Mrd. Stück/Jahr
  • Selbstversorgungsgrad: 95%
  • Bio-Anteil: 20% (höchster Bio-Anteil in Europa)
  • Eierfarbe:
  • Braun: Hühner mit braunen Federn (z.B. Sussex, Rhode Island Red)
  • Weiss: Hühner mit weissen Federn (z.B. White Leghorn)
  • Kein Geschmacksunterschied!
  • Frischeprüfung:
  • Wassertest: Frisches Ei sinkt, altes Ei schwimmt
  • Lichttest: Frisches Ei hat kleine Luftkammer
  • Lagerungstipps:
  • Nicht waschen! (entfernt natürliche Schutzschicht)
  • Mit Spitze nach unten lagern (Gelb bleibt in der Mitte)
  • Nicht neben stark riechenden Lebensmitteln lagern (Schale ist porös)

EIWEISS & EIGELB: CHEMISCHE ZUSAMMENSETZUNG

BestandteilEiklar (%)Eigelb (%)Funktion
Wasser8848Lösungsmittel
Eiweiss1017Gerinnung, Emulgierung
Fett033Emulgierung, Geschmack
Kohlenhydrate11Energie
Mineralstoffe12Nährstoffe

Wissens-Fakten

  • Eiweiss (Proteine):
  • Ovalbumin: 54% (gerinnt bei 60°C)
  • Ovotransferrin: 12% (bindet Eisen)
  • Ovomucin: 3% (gibt Eiklar die zähflüssige Konsistenz)
  • Lysozym: 3% (antibakterielle Wirkung)
  • Eigelb:
  • Lecithin: Emulgator (wichtig für Mayonnaise, Saucen)
  • Cholesterin: 210 mg pro Eigelb
  • Vitamine: A, D, E, K, B12, Folsäure

Im Zutatenlexikon nachschlagen · Fonds und Grundlagen

Fette & Öle

FETTE: ERWEITERT

FettartFettsäurezusammensetzungVitamineGesundheitlicher AspektKulinarische Eigenschaften
Butter60% gesättigt, 30% einfach ungesättigt, 4% mehrfach ungesättigtA, D, E, KEnthält Buttersäure (gut für Darmflora)Aroma, Sättigung
Butterschmalz65% gesättigt, 28% einfach ungesättigt, 2% mehrfach ungesättigtA, D, E, KHitzebeständigHoher Rauchpunkt
Schmalz40% gesättigt, 50% einfach ungesättigt, 10% mehrfach ungesättigt–Traditionelles FettGuter Geschmacksträger
Margarine20% gesättigt, 50% einfach ungesättigt, 30% mehrfach ungesättigtA, D, E (angereichert)CholesterinfreiVielseitig einsetzbar
Rapsöl7% gesättigt, 60% einfach ungesättigt, 30% mehrfach ungesättigtE, KOmega-3-QuelleNeutraler Geschmack
Olivenöl (nativ)14% gesättigt, 75% einfach ungesättigt, 10% mehrfach ungesättigtE, KHerzgesundFruchtiges Aroma

Vertiefungs-Fakten

  • Schweizer Butterproduktion:
  • Produktion: ~30.000 Tonnen/Jahr
  • Selbstversorgungsgrad: 100%
  • Bio-Anteil: 10%
  • Butterherstellung:
  • Rahmen: Sahne wird auf 82-84% Fett aufgerahmt
  • Buttern: Rahmen wird geschlagen → Butterkörner entstehen
  • Waschen: Butterkörner werden mit Wasser gewaschen → entfernt Buttermilch
  • Kneten: Butter wird geknetet → gleichmässige Konsistenz
  • Fettkristalle:
  • Butter: Enthält β'-Kristalle (weiche Konsistenz)
  • Margarine: Enthält β-Kristalle (feste Konsistenz)

ÖLE: ERWEITERT

ÖlartFettsäurezusammensetzungVerwendung in der KücheGesundheitlicher NutzenSchweizer Anbau
Rapsöl7% gesättigt, 60% Ölsäure (einfach ungesättigt), 30% Omega-3/6Braten, Backen, SalateOmega-3-Quelle, herzgesundJa (30% der CH-Pflanzenöle)
Sonnenblumenöl11% gesättigt, 20% Ölsäure, 65% Linolsäure (Omega-6)Braten, FrittierenVitamin ENein
Olivenöl14% gesättigt, 75% Ölsäure, 10% LinolsäureSalate, kalte Gerichte, schonendes BratenHerzgesund, antioxidativNein
Leinöl9% gesättigt, 18% Ölsäure, 16% Linolsäure, 57% Alpha-Linolensäure (Omega-3)Salate, kalte GerichteOmega-3-Quelle, entzündungshemmendJa (kleiner Anbau)
Nussöl10% gesättigt, 60% Ölsäure, 30% LinolsäureSalate, DessertsVitamin E, MagnesiumJa (Haselnussöl)

Vertiefungs-Fakten

  • Schweizer Rapsöl:
  • Anbaufläche: ~15.000 ha
  • Produktion: ~50.000 Tonnen/Jahr
  • Selbstversorgungsgrad: 100% (CH deckt Bedarf selbst)
  • Olivenöl-Import:
  • Hauptlieferländer: IT (40%), ES (30%), GR (20%), TU (10%)
  • Qualität: 90% nativ extra, 10% raffiniert
  • Fettsäure-Verhältnis:
  • Omega-6 zu Omega-3: Ideal 5:1 (Rapsöl: 2:1, Sonnenblumenöl: 50:1)
  • Empfehlung: Maximal 10:1 für gesunde Ernährung

Im Zutatenlexikon nachschlagen · Klassische Saucen und Buttermischungen

Grundnahrungsmittel

GETREIDE: ERWEITERT

GetreideartSchweizer Anbaufläche (ha)Ertrag (dt/ha)Verwendung in der GastroBesonderheiten
Weizen100.00060-70Brot, Mehl, NudelnHöchster Anbauanteil
Roggen20.00040-50Mischbrot, VollkornbrotRobuster als Weizen
Dinkel15.00035-45Brot, Mehl, MüsliUraltes Getreide
Gerste10.00050-60Bier, Suppen, MüsliWichtige Futterpflanze
Hafer8.00040-50Müsli, HaferflockenGesundheitsgetreide
Mais5.00080-100Polenta, TortillasEnergiepflanze

Vertiefungs-Fakten

  • Schweizer Getreidequalität:
  • Proteingehalt: 12-14% (höher als EU-Durchschnitt)
  • Fusarium-Befall: Sehr gering (dank guter Anbaubedingungen)
  • Mykotoxin-Belastung: Sehr niedrig (strenge Kontrollen)
  • Bio-Getreide:
  • Anbaufläche: ~20.000 ha (13% der Gesamtfläche)
  • Ertrag: 20-30% niedriger als konventionell
  • Preisaufschlag: +50-100%
  • Schweizer Mehl:
  • Type 405: Weissmehl (für helle Backwaren)
  • Type 550: Weissmehl (für Brot, Brötchen)
  • Type 1050: Vollkornmehl (für Vollkornbrot)
  • Type 1600: Vollkornmehl (für dunkles Brot)

BROT: ERWEITERT

Brotbacken in der professionellen Küche

  • Sauerteig:
  • Ansatz: Mehl + Wasser (1:1) + Milchsäurebakterien & Hefen
  • Reifezeit: 12-24 Stunden
  • pH-Wert: 4,0-4,5 (sauer)
  • Vorteile: Bessere Haltbarkeit, Aroma, Verdaulichkeit
  • Hefeteig:
  • Hefemenge: 1-2% des Mehlgewichts
  • Gehtemperatur: 24-28°C
  • Gehtzeit: 1-2 Stunden
  • Vorteile: Schnellere Teigführung
  • Vollkornbrot:
  • Mehl: Type 1050 oder 1600
  • Wasseraufnahme: Höher als bei Weissmehl (ca. 70-80%)
  • Backzeit: Länger als bei Weissbrot (ca. 45-60 Min.)

Schweizer Brottradition

  • Ruchbrot: 100% Roggenvollkorn (typisch für die Ostschweiz)
  • Zopf: Weizenmehl + Butter + Milch (typisch für die Schweiz)
  • Brioche: Weizenmehl + Butter + Eier (französischer Einfluss)
  • Pumpernickel: 100% Roggen (dunkles, saftiges Brot)

Im Zutatenlexikon nachschlagen

Gemüse

GEMÜSE: ERWEITERT (CH-SPEZIFISCHE SORTEN & ANBAU)

GemüseartSchweizer AnbaugebieteHauptsorten (CH)ErntezeitLagerungKulinarische Tipps
KarotteWaadt, Aargau, BernNantaise, FlakkéeJuni–OktoberKühl (0-4°C), 2-4 WochenRoh, gekocht, Saft
ZwiebelBern, Aargau, ThurgauStuttgarter, Rote ZwiebelJuli–SeptemberTrocken, dunkel, 3-6 MonateRoh, gekocht, gebraten
LauchWaadt, Genf, BernPorreeGanzjährigKühl (0-4°C), 1-2 WochenSuppen, Eintöpfe
SellerieThurgau, Aargau, ZürichKnollensellerie, StangensellerieJuli–OktoberKühl (0-4°C), 2-3 WochenSuppen, Salate
FenchelGenf, Waadt, TessinFlorence, RomanescoJuni–OktoberKühl (0-4°C), 1 WocheRoh, gekocht
PastinakeBern, Aargau, ZürichHollow Crown, Harris ModelSeptember–MärzKühl (0-4°C), 2-3 MonateSuppen, Püree
TopinamburBern, Waadt, ZürichBianca, WaldspindelOktober–AprilKühl (0-4°C), 2-3 MonateSuppen, Püree
Rote BeteAargau, Thurgau, ZürichDetroit, BoltardyJuli–OktoberKühl (0-4°C), 2-3 MonateRoh, gekocht
RadicchioTessin, Genf, WaadtVerona, TrevisoOktober–MärzKühl (0-4°C), 2-3 WochenSalate, Grillieren

Vertiefungs-Fakten

  • Schweizer Gemüsequalität:
  • Bio-Anteil: 15% (höchster Bio-Anteil in Europa)
  • IP-Suisse-Anteil: 30%
  • Pestizidbelastung: Sehr niedrig (strenge Kontrollen)
  • Saisonale Verfügbarkeit:
  • Frühling: Spargel, Radieschen, Spinat, Salat
  • Sommer: Tomaten, Gurken, Zucchini, Paprika, Auberginen
  • Herbst: Kürbis, Pastinake, Topinambur, Rote Bete
  • Winter: Lagergemüse (Kartoffeln, Zwiebeln, Knoblauch, Sellerie, Lauch)
  • Lagerbedingungen:
  • Ethylen-empfindliche Gemüse: Nicht mit Äpfeln, Bananen, Tomaten lagern (Ethylen beschleunigt Reifung)
  • Ethylen-produzierende Gemüse: Äpfel, Bananen, Tomaten, Avocados

SCHWEIZER GEMÜSE-SPEZIALITÄTEN

GemüseartSchweizer BesonderheitAnbaugebietVerwendungGeschmack
Bündner RüebliGelbe KarotteGraubündenSuppen, EintöpfeSüsslich, aromatisch
Walliser RoggenRoggen für RuchbrotWallisRuchbrotNussig, kräftig
Tessiner CardyArtischocken-DistelTessinRisotto, SuppenBitter, aromatisch
Aargauer PastinakeBesonders süssAargauSuppen, PüreeSüsslich, nussig
Thurgauer Rote BeteBesonders zartThurgauSalate, SuppenErdige Note

Im Zutatenlexikon nachschlagen · Saisonalität im Saisonkalender prüfen

Obst

OBST: ERWEITERT (CH-SPEZIFISCHE ANBAUGEBIETE & SORTEN)

ObstartSchweizer AnbaugebieteHauptsorten (CH)ErntezeitLagerungKulinarische Tipps
ÄpfelThurgau, Waadt, Wallis, LuzernBoskoop, Gravensteiner, Gellert, Idared, Jonagold, Elstar, Topaz, RubinetteJuli–OktoberKühl (0-4°C), 2-6 MonateRoh, Kuchen, Saft
BirnenWallis, Waadt, AargauWilliams, Conference, Gute LuiseJuli–OktoberKühl (0-4°C), 1-3 MonateRoh, Kuchen, Desserts
KirschenZürich, Aargau, ThurgauSchattenmorelle, VogelkirscheJuni–JuliKühl (0-4°C), 1-2 WochenRoh, Desserts, Konfitüre
PflaumenWaadt, Wallis, AargauBühler, Stanley, PresidentAugust–SeptemberKühl (0-4°C), 2-4 WochenRoh, Kuchen, Konfitüre
AprikosenWallis, Waadt, TessinLuizet, Bergeron, Orange RedJuli–AugustKühl (0-4°C), 1-2 WochenRoh, Kuchen, Konfitüre
HimbeerenLuzern, Bern, ZürichGlen Ample, Autumn BlissJuni–SeptemberKühl (0-4°C), 3-5 TageRoh, Desserts, Konfitüre
ErdbeerenWaadt, Wallis, ZürichGariguette, Elsanta, SonataMai–JuliKühl (0-4°C), 3-5 TageRoh, Desserts, Konfitüre
BrombeerenLuzern, Bern, ZürichLoch Ness, ChesterJuli–SeptemberKühl (0-4°C), 3-5 TageRoh, Desserts, Konfitüre
JohannisbeerenLuzern, Bern, ZürichRote, Schwarze, WeisseJuni–JuliKühl (0-4°C), 1-2 WochenRoh, Desserts, Saft
StachelbeerenLuzern, Bern, ZürichInvicta, HinnonmäkiJuni–JuliKühl (0-4°C), 1-2 WochenRoh, Desserts, Konfitüre

Vertiefungs-Fakten

  • Schweizer Obstqualität:
  • Bio-Anteil: 10%
  • IP-Suisse-Anteil: 25%
  • Pestizidbelastung: Sehr niedrig (strenge Kontrollen)
  • Saisonale Verfügbarkeit:
  • Frühling: Erdbeeren, Rhabarber
  • Sommer: Kirschen, Himbeeren, Brombeeren, Aprikosen, Pflaumen
  • Herbst: Äpfel, Birnen, Quitten, Trauben
  • Winter: Lagerobst (Äpfel, Birnen, Quitten)
  • Lagerbedingungen:
  • Äpfel & Birnen: 0-4°C, 85-90% Luftfeuchtigkeit (längere Haltbarkeit)
  • Beerenobst: 0-4°C, nicht waschen vor Lagerung (verhindert Schimmel)
  • Steinobst: 0-4°C, nicht zu fest stapeln (Druckstellen vermeiden)

SCHWEIZER OBST-SPEZIALITÄTEN

ObstartSchweizer BesonderheitAnbaugebietVerwendungGeschmack
Thurgauer MostapfelApfel für Most & CiderThurgauMost, CiderSäuerlich, aromatisch
Walliser AprikoseBesonders süss & aromatischWallisRoh, Konfitüre, DessertsSüss, saftig
Waadtländer KirscheBesonders saftigWaadtRoh, Desserts, KonfitüreSüss-säuerlich
Luzerner HimbeereBesonders aromatischLuzernRoh, Desserts, KonfitüreSüss, intensiv
Tessiner ZitroneZitronen aus dem TessinTessinDesserts, Saucen, LimonadeSauer, aromatisch
Bündner NussWalnüsse aus GraubündenGraubündenDesserts, GebäckNussig, aromatisch

Im Zutatenlexikon nachschlagen · Saisonalität im Saisonkalender prüfen · Klassische Desserts

Gewürze & Kräuter

KRÄUTER: ERWEITERT (CH-SPEZIFISCHE ANBAU & VERWENDUNG)

KrautSchweizer AnbauHauptanbaugebieteErntezeitKulinarische TippsMedizinische Wirkung
PetersilieJaGanz SchweizApril–OktoberImmer frisch verwendenHarntreibend, blutreinigend
SchnittlauchJaGanz SchweizApril–OktoberMit Schere schneiden (wächst nach)Appetitanregend, blutreinigend
DillJaBern, Aargau, ZürichMai–SeptemberPasst zu Fisch & GurkenVerdauungsfördernd
BasilikumJa (Gewächshaus)Tessin, WallisJuni–SeptemberNicht kochen! (Aroma geht verloren)Beruhigend, krampflösend
ThymianJaWallis, Tessin, GraubündenGanzjährigPasst zu Fleisch & WildDesinfizierend, hustendämpfend
RosmarinJaTessin, Wallis, GraubündenGanzjährigPasst zu Lamm & KartoffelnDurchblutungsfördernd
SalbeiJaTessin, Wallis, GraubündenGanzjährigPasst zu Fleisch & KäseEntzündungshemmend
MajoranJaAargau, Bern, ZürichMai–SeptemberPasst zu Wurst & SuppenBeruhigend, krampflösend
EstragonJaGenf, Waadt, WallisMai–OktoberPasst zu Geflügel & SaucenAppetitanregend
LavendelJaWallis, Tessin, GraubündenJuni–AugustFür Desserts & TeesBeruhigend, schlaffördernd

Vertiefungs-Fakten

  • Schweizer Kräuteranbau:
  • Anbaufläche: ~500 ha
  • Produktion: ~2.000 Tonnen/Jahr
  • Bio-Anteil: 30% (sehr hoher Bio-Anteil)
  • Kräutermischungen:
  • Fines Herbes: Petersilie, Schnittlauch, Kerbel, Estragon
  • Bouquet Garni: Thymian, Lorbeer, Petersilie
  • Italienische Kräuter: Basilikum, Oregano, Thymian, Rosmarin
  • Provenzalische Kräuter: Thymian, Rosmarin, Oregano, Majoran, Basilikum

GEWÜRZE: ERWEITERT

GewürzHerkunft (Hauptlieferland für CH)Wachstum & ErnteVerarbeitungQualitätsmerkmaleVerwendung in der Gastro
Pfeffer (schwarz)Vietnam, IndonesienKletterpflanze, Ernte grünFermentiert & getrocknetGanze Körner = bessere QualitätFleisch, Saucen, Suppen
Pfeffer (weiss)Vietnam, IndonesienKletterpflanze, Ernte reifFermentiert & geschältMilder als schwarzer PfefferHelle Saucen, Kartoffeln
Salz (Jodsalz)Schweiz (Bex, Riburg)SalzbergwerkeGereinigt, jodiertJodgehalt: 15-25 mg/kgAlle Gerichte
Salz (Meersalz)Frankreich, PortugalMeerwasser-VerdampfungUngereinigtEnthält MineralienFleisch, Fisch, Salate
Salz (Fleur de Sel)FrankreichMeerwasser-OberflächeHandgeerntetHöchste QualitätFeine Gerichte, Desserts
PaprikaUngarn, SpanienPaprikapflanzeGetrocknet & gemahlenFarben: rot, süss, scharfGulasch, Saucen, Salate
CurryIndienMischung aus GewürzenGemahlenZusammensetzung variiertCurrygerichte, Saucen
KreuzkümmelIndien, ÄgyptenKreuzkümmelpflanzeGetrocknetKleine, braune SamenFleisch, Brot, Käse
KoriandersamenIndien, MarokkoKorianderpflanzeGetrocknetRund, beige SamenCurry, Eintöpfe, Brot
ZimtSri Lanka, MadagaskarZimtbaum (Rinde)Geschält & getrocknetCeylon-Zimt = beste QualitätBacken, Desserts, Glühwein
VanilleMadagaskar, MexikoVanilleorchideeFermentiert & getrocknetSchwarze, glänzende SchotenDesserts, Backen

Vertiefungs-Fakten

  • Schweizer Gewürzmarkt:
  • Importvolumen: ~10.000 Tonnen/Jahr
  • Hauptlieferländer: DE, NL, IN, ID, VN
  • Bio-Anteil: 10%
  • Gewürzqualität:
  • Ganze Gewürze: Länger haltbar & aromatischer als gemahlene
  • Gemahlene Gewürze: Schneller aromaverlust (innerhalb von 6 Monaten)
  • Lagerung: Dunkel, trocken, luftdicht (Glas oder Metall)

Im Zutatenlexikon nachschlagen

Quellen

Quellen: Schweizerfleisch.ch, kartoffel.ch, Milch.ch, Bio Suisse, IP-Suisse, GastroSuisse, Hotel & Gastro formation, SBFI, Paul Imhof: Das grosse Buch der Schweizer Küche / Warenkunde für Köche, Agroscope, Proviande, Bundesamt für Statistik (BFS), Bundesamt für Umwelt (BAFU), Agrarmarktdaten.ch, Schweizer Bauernverband (SBV), Aviforum, Jagdstatistik.ch. Marktdaten Stand 2026.