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Klassiker aus der Schweiz, Deutschland und Österreich

Gerichte, Torten und Gebäck aus dem deutschsprachigen Raum. Anders als in Frankreich gibt es hier öfter amtliche Festlegungen, etwa die Leitsätze des Deutschen Lebensmittelbuchs, das österreichische Register der traditionellen Lebensmittel oder geschützte Ursprungsbezeichnungen.

47 Bezeichnungen. So liest du die Einträge

Kuchen · Aargau («Rüebliland»), Schweiz

Aargauer Rüeblitorte

Quellenlage hoch

Was dazugehört

  • geraffelte Rüebli
  • Eier
  • gemahlene Mandeln oder Haselnüsse
  • Zucker, Mehl

Oft dabei, aber kein Muss

  • Zuckerglasur
  • Marzipanrüebli
  • Zimt, Kirsch, Aprikosenkonfitüre

Für diese Bezeichnung gibt es keine eindeutige Festlegung, darum steht hier keine Quelle.

Zutaten im Lexikon: Hase, Kirschwasser, Mandel, Karotte, Zimt, Ei

Teigwarengericht · Zentralschweiz, Alpen, Schweiz

Älplermagronen

Quellenlage mittel

Was dazugehört

  • Magronen (Teigwaren, z. B. Hörnli)
  • Käse
  • Rahm oder Milch

Oft dabei, aber kein Muss

  • Kartoffeln (in Uri ohne)
  • Röstzwiebeln
  • Apfelmus dazu

Woher der Name kommt

  • überliefert: Teigwaren verbreiteten sich im späten 19. Jahrhundert in der Nordschweiz, unter anderem durch italienische Arbeiter beim Bau des Gotthardtunnels. Eine verbreitete Theorie.

Für diese Bezeichnung gibt es keine eindeutige Festlegung, darum steht hier keine Quelle.

Zutaten im Lexikon: Apfel, Kartoffel, Pasta, Rahm, Zwiebel

Mehlspeise · Österreich, «ausgezogener Apfelstrudel» 1827 bei Anna Dorn

Apfelstrudel (Wiener)

Quellenlage hoch

Was dazugehört

  • gezogener Strudelteig (regional auch Blätterteig)
  • säuerliche, zerkleinerte Äpfel
  • Zimt
  • Rosinen
  • geröstete Semmelbrösel

Woher der Name kommt

  • belegt: Ältestes handschriftliches Strudelrezept: Milchrahmstrudel 1696 («Koch-Puech»). Strudelteig hiess in alten Kochbüchern «spanischer Teig»; die Ungarn galten als Meister des Strudels (rétes). (Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (Österreich))

Festgelegt durch

  • Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (Österreich), Register Traditionelle Lebensmittel: Apfelstrudel, Milchrahmstrudel, Topfenstrudel

Zutaten im Lexikon: Apfel, Zimt

Gebäck · Basel, Schweiz

Basler Läckerli

Quellenlage hoch

Was dazugehört

  • Lebkuchenteig mit grob gehackten Mandeln, Haselnüssen und Zitrusschalen
  • feiner Zuckerguss
  • relativ hart

Woher der Name kommt

  • belegt: Die These, die Läckerli seien im 15. Jahrhundert für das Basler Konzil erfunden worden, ist laut Zoll- und Kaufhausakten falsch: Wichtige Zutaten gab es damals in Basel noch nicht. Erste Leckerlirezepte stammen aus dem 17. Jahrhundert.

Für diese Bezeichnung gibt es keine eindeutige Festlegung, darum steht hier keine Quelle.

Zutaten im Lexikon: Hase, Mandel

Backware aus Massen · Deutschland

Baumkuchen

Quellenlage hoch

Was dazugehört

  • auf 100 kg Getreideerzeugnisse mindestens 100 kg Butter und 200 kg Vollei
  • kein Backpulver
  • in dünnen Schichten gebacken

Oft dabei, aber kein Muss

  • Mandeln, Marzipan, Nüsse, Nougat
  • Überzug aus Schokolade oder Zuckerglasur

Festgelegt durch

Leitsätze für Feine Backwaren 2.2.4.1.

  • Deutsche Lebensmittelbuch-Kommission (BMEL), Leitsätze für Feine Backwaren, Neufassung 09.01.2025, 2.2.4.1 Baumkuchen

Zutaten im Lexikon: Schokolade, Mandel, Butter

Rohes Fleischgericht · Deutschland (Begriff)

Beefsteak Tatar (Schabefleisch)

Quellenlage hoch

Was dazugehört

  • sehnen- und fettarmes Rindfleisch, zum Rohverzehr
  • zubereitet nur mit würzenden Zutaten und Eigelb

Festgelegt durch

Leitsätze Fleisch 2.1.5.4.

  • Deutsche Lebensmittelbuch-Kommission (BMEL), Leitsätze für Fleisch und Fleischerzeugnisse, Neufassung 14.04.2022, geändert 07.11.2024, 2.1.5.4 Schabefleisch, Beefsteakhack, Tatar
  • 1997, Larousse (Hg.), Nachfolge von Prosper Montagné, Larousse Gastronomique, Stichwort «Tartare»

Zutaten im Lexikon: Rindfleisch, Ei

Innereiengericht · Wien, Österreich

Beuschel (Salonbeuschel)

Quellenlage hoch

Was dazugehört

  • Herz und Lunge (Kalb), wie eine Rindsuppe gekocht, in feine Streifen
  • sämige Sauce aus Zwiebeln, Gurkerln, Kapern, Knoblauch, Sardellen, Mehl, Essig, Obers oder Sauerrahm

Oft dabei, aber kein Muss

  • Serviettenknödel oder Semmelknödel

Festgelegt durch

  • Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (Österreich), Register Traditionelle Lebensmittel: Beuschel und andere Innerei-Spezialitäten

Zutaten im Lexikon: Sardelle, Kalbfleisch, Rindfleisch, Gurke, Knoblauch, Zwiebel

Kuchen · Deutschland

Bienenstich

Quellenlage hoch

Was dazugehört

  • Hefekuchen (gefüllt oder ungefüllt), auch Rührmasse möglich
  • Belag mindestens 20 % des Teiggewichts
  • Belag mit Ölsamen in karamellartiger Masse aus Zucker, Fett und gegebenenfalls Milch, Ölsamenanteil mindestens 30 %

Festgelegt durch

Leitsätze für Feine Backwaren 2.2.3.6. Andere Ölsamen als Walnuss, Haselnuss und Mandel müssen gekennzeichnet werden; «Mandel-Bienenstich» nur mit Mandeln.

  • Deutsche Lebensmittelbuch-Kommission (BMEL), Leitsätze für Feine Backwaren, Neufassung 09.01.2025, 2.2.3.6 Bienenstich

Frühstücksspeise · Zürich, Schweiz, um 1900

Birchermüesli (Birchermus)

Quellenlage hoch

Was dazugehört

  • Haferflocken (eingeweicht)
  • viel geraffelter Apfel mit Schale und Kerngehäuse
  • Zitronensaft
  • gemahlene Nüsse oder Mandeln
  • gezuckerte Kondensmilch (Originalrezept)

Häufige Fehler

  • Viel Flocken, wenig Apfel: Beim Original ist der Apfel die Hauptsache.

Woher der Name kommt

  • belegt: Erfunden von Dr. Maximilian Oskar Bircher-Benner für die Patienten seines Sanatoriums «Lebendige Kraft» auf dem Zürichberg (1904). Offiziell hiess es «Apfeldiätspeise», im Volksmund «d'Spys». Kondensmilch wählte er, weil sie mit Zitrone nicht gerinnt und kein Tuberkuloserisiko bot.

Für diese Bezeichnung gibt es keine eindeutige Festlegung, darum steht hier keine Quelle.

Zutaten im Lexikon: Apfel, Zitrone, Mandel

Fleischgericht (russisch, international) · Russland

Bœuf Stroganoff

Quellenlage mittel

Was dazugehört

  • zartes, sehnenarmes Rindfleisch (Filet STROGANOFF: nur Rinderfilet)
  • Sauce mit Sauerrahm, Zwiebeln, oft Senf und Champignons

Woher der Name kommt

  • überliefert: Benannt nach der Adelsfamilie Stroganow; der genaue Ursprung ist nicht belegt.

Festgelegt durch

Leitsätze Fleisch 2.1.4.3 zum Fleisch; Rezept Larousse «Stroganov».

  • Deutsche Lebensmittelbuch-Kommission (BMEL), Leitsätze für Fleisch und Fleischerzeugnisse, Neufassung 14.04.2022, geändert 07.11.2024, 2.1.4.3 Geschnetzeltes, Filet STROGANOFF
  • 1997, Larousse (Hg.), Nachfolge von Prosper Montagné, Larousse Gastronomique, Stichwort «Stroganov»

Zutaten im Lexikon: Champignon, Rindfleisch, Senf, Zwiebel

Gebäck · Graubünden, Engadin, Schweiz

Bündner Nusstorte (Engadiner Nusstorte)

Quellenlage mittel

Was dazugehört

  • Mürbeteig unten und als Deckel
  • Füllung aus Baumnüssen in Karamell mit Rahm

Häufige Fehler

  • Mit der Engadiner Torte oder der Bündner Torte verwechseln: Das sind andere Torten (siehe dort).

Woher der Name kommt

  • umstritten: Fausto Pult eröffnete 1926 in Samedan eine Konditorei und verkaufte die Nusstorte als Erster in grösserem Stil (1934 an der Mustermesse Basel).
  • umstritten: Vorbild war möglicherweise die Walnusstarte aus dem Périgord, die ausgewanderte Bündner Zuckerbäcker kennenlernten.

Für diese Bezeichnung gibt es keine eindeutige Festlegung, darum steht hier keine Quelle.

Zutaten im Lexikon: Rahm

Pastete · Chur, Graubünden, Schweiz

Churer Fleischtorte

Quellenlage niedrig

Was dazugehört

  • Teigboden und Deckel (Mürbe- oder Blätterteig)
  • Füllung aus Hackfleisch, in Milch eingeweichtem Brot und Speck

Oft dabei, aber kein Muss

  • Rotwein
  • Majoran, Thymian, Petersilie
  • Salsiz

Woher der Name kommt

  • überliefert: Einst ein bürgerliches Festessen in Chur. Eine belegte Entstehungsgeschichte fand sich nicht; die Rezepte weichen stark voneinander ab.

Für diese Bezeichnung gibt es keine eindeutige Festlegung, darum steht hier keine Quelle.

Zutaten im Lexikon: Speck, Rotwein, Petersilie, Thymian

Fleischgericht · umstritten (Schweiz und Frankreich beanspruchen es)

Cordon bleu

Quellenlage hoch

Was dazugehört

  • zwei gleich grosse Schnitzel (oder eine Tasche)
  • Schinken und Käse dazwischen
  • meist paniert
  • ohne Angabe der Tierart: Kalb

Gut zu wissen

  • Aus anderem Fleisch mit Tierart: «Cordon bleu vom Schwein», «Puten-Cordon bleu» (dann mit Geflügelschinken).

Woher der Name kommt

  • umstritten: Die Herkunft ist ungeklärt; der Name erinnert an das blaue Band (cordon bleu) als Auszeichnung für gute Köche. Schweizer Erzählungen über eine Köchin, die bei Kalbfleischmangel Schnitzel füllte, sind nicht belegt.

Festgelegt durch

Leitsätze Fleisch 2.1.3.4 (Deutschland).

  • Deutsche Lebensmittelbuch-Kommission (BMEL), Leitsätze für Fleisch und Fleischerzeugnisse, Neufassung 14.04.2022, geändert 07.11.2024, 2.1.3.4 Schnitzel

Zutaten im Lexikon: Kalbfleisch, Schinken

Coupe (Glacebecher) · unklar; in der Deutschschweiz und in Deutschland verbreitet

Coupe Dänemark

auch Coupe Danemark; in Belgien, Frankreich, Niederlanden «Dame blanche»

Quellenlage mittel

Was dazugehört

  • Vanilleglace
  • heisse Schokoladensauce

Oft dabei, aber kein Muss

  • Schlagrahm
  • Schokoladenstreusel

Woher der Name kommt

  • Legende: Nach einem Abend im Tivoli in Kopenhagen habe der Koch nur noch Vanilleglace gehabt und geschmolzene Schokolade darübergegossen; «Dänemark», weil «Kopenhagener» schon ein Gebäck hiess. Nicht belegt.
  • Legende: Erfindung durch Escoffier zu Ehren der Oper «La Dame blanche»: Escoffiers Coupe Dame blanche (1907) bestand aus Mandelmilchglace, Pfirsich, Johannisbeerkonfitüre und Zitronenglace, also etwas anderem.

Festgelegt durch

Keine verbindliche Regel; Larousse beschreibt unter «Dame blanche» genau diese Zusammenstellung.

  • 1997, Larousse (Hg.), Nachfolge von Prosper Montagné, Larousse Gastronomique, Stichwort «Dame blanche»
  • 1907, Auguste Escoffier, A Guide to Modern Cookery (englische Ausgabe von «Le Guide Culinaire»), Nr. 2798 «Coupes Dame Blanche»

Zutaten im Lexikon: Vanille, Schokolade

Imbissgericht · Berlin-Charlottenburg, Deutschland, 1949

Currywurst (Berliner)

Quellenlage mittel

Was dazugehört

  • Brühwurst (in Berlin oft ohne Darm), gebraten
  • Tomatensauce mit Currypulver
  • Currypulver obenauf

Woher der Name kommt

  • überliefert: Herta Heuwer verkaufte sie ab 1949 an ihrem Imbiss an der Ecke Kantstrasse und Kaiser-Friedrich-Strasse in Berlin-Charlottenburg; das Datum 4. September 1949 ist überliefert. Ketchup oder Worcestershire-Sauce und Curry habe sie von britischen Soldaten bekommen.
  • umstritten: Ihre Sauce liess sie als «Chillup» schützen; die Quellen nennen 1951 oder 1959.
  • umstritten: Hamburg beansprucht die Currywurst ebenfalls (Uwe Timms Novelle «Die Entdeckung der Currywurst», 1993, ist Literatur, keine Quelle).

Festgelegt durch

  • Deutsches Patent- und Markenamt, Spirit of Currywurst (Hintergrund)

Zutaten im Lexikon: Tomate

Fleischgericht · Berlin, Norddeutschland, Deutschland

Eisbein (Berliner Art)

Quellenlage hoch

Was dazugehört

  • gepökelte Schweinshaxe (Unterschenkel oder Unterarm, Spitzbein abgesetzt)
  • gekocht, nicht gebraten

Oft dabei, aber kein Muss

  • Sauerkraut
  • Erbspüree
  • Senf

Häufige Fehler

  • Mit der bayerischen Schweinshaxe verwechseln: Diese ist gebraten und knusprig, das Eisbein gepökelt und gekocht.

Woher der Name kommt

  • umstritten: Der Name wird auf den Hüftknochen zurückgeführt, aus dem früher Schlittschuhkufen gemacht wurden. Eine Theorie, nicht belegt.

Festgelegt durch

Leitsätze Fleisch 2.3.6 (Eisbein, gepökelt).

  • Deutsche Lebensmittelbuch-Kommission (BMEL), Leitsätze für Fleisch und Fleischerzeugnisse, Neufassung 14.04.2022, geändert 07.11.2024, 2.3.6 Eisbein, gepökelt
  • Deutsche Lebensmittelbuch-Kommission (BMEL), Leitsätze für Fleisch und Fleischerzeugnisse, Neufassung 14.04.2022, geändert 07.11.2024, 2.1.1.5 Eisbeine

Zutaten im Lexikon: Senf, Sauerkraut

Torte · Pontresina, Schweiz, um 1932 bis 1934

Engadiner Torte

Quellenlage hoch

Was dazugehört

  • zwei bis drei dünne Mürbeteigböden
  • Butter-Vanillecrème mit Mandelmasse und Kirsch
  • Florentinerdeckel

Woher der Name kommt

  • belegt: Geschaffen von Oscar Kochendörfer senior in Pontresina als eigenes Produkt neben der Nusstorte.

Für diese Bezeichnung gibt es keine eindeutige Festlegung, darum steht hier keine Quelle.

Zutaten im Lexikon: Vanille, Kirschwasser, Mandel, Butter

Siedegebäck · Österreich

Faschingskrapfen

Quellenlage hoch

Was dazugehört

  • Hefeteig (Germteig)
  • in Fett gebacken
  • Füllung mit Marillenkonfitüre
  • Staubzucker

Woher der Name kommt

  • Legende: Die Bäckerin Cäcilie (Cilli) Krapf habe den Krapfen erfunden. (Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (Österreich))

Festgelegt durch

Österreichisches Lebensmittelbuch, Codex B 18: Krapfen sind Fettbackwaren, gefüllt mit Marillenkonfitüre, mindestens 15 % Füllung. In Deutschland: Leitsätze Feine Backwaren 2.2.2.1 (Berliner Pfannkuchen, Krapfen).

  • Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (Österreich), Register Traditionelle Lebensmittel: Krapfen
  • Deutsche Lebensmittelbuch-Kommission (BMEL), Leitsätze für Feine Backwaren, Neufassung 09.01.2025, 2.2.2.1 Berliner Pfannkuchen / Krapfen

Kalte Sauce · Frankfurt am Main, Deutschland

Frankfurter Grüne Sosse (Grie Soss; amtlich in Deutschland mit Eszett geschrieben)

Quellenlage hoch

Was dazugehört

  • sieben frische Kräuter: Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer, Schnittlauch
  • kein Kraut über 30 %; Schnittlauch, Pimpinelle und Kresse je mindestens 3 %
  • Kräuter aus Frankfurt und den direkt angrenzenden Gemeinden, von Hand geerntet und verarbeitet

Oft dabei, aber kein Muss

  • Sauerrahm, Joghurt, Quark, Öl, Essig, gekochte Eier; zu Kartoffeln und Eiern

Festgelegt durch

Geschützte geografische Angabe (g.g.A.) seit März 2016; die Spezifikation regelt die Kräutermischung.

  • Europäische Kommission, Vertretung in Deutschland: Frankfurter Grüne Sosse EU-weit geschützt (9.3.2016)

Zutaten im Lexikon: Quark, Kerbel, Schnittlauch, Lauch, Kartoffel, Petersilie

Fleischzuschnitt

Geschnetzeltes (Begriff)

Quellenlage hoch

Was dazugehört

  • kleine dünne, quer zur Faser geschnittene Scheiben oder Streifen
  • ohne Angabe der Tierart: Kalbfleisch

Festgelegt durch

Leitsätze Fleisch 2.1.4.3 (Deutschland).

  • Deutsche Lebensmittelbuch-Kommission (BMEL), Leitsätze für Fleisch und Fleischerzeugnisse, Neufassung 14.04.2022, geändert 07.11.2024, 2.1.4.3 Geschnetzeltes

Zutaten im Lexikon: Kalbfleisch

Süssspeise (warm) · Österreich

Kaiserschmarren (Kaiserschmarrn)

Quellenlage hoch

Was dazugehört

  • Eierteig aus Mehl, Milch, Eiern
  • in Fett gebacken und in der Pfanne zerrissen
  • angezuckert

Oft dabei, aber kein Muss

  • Rosinen
  • Zwetschkenröster (traditionell)
  • Apfelmus oder Kompott

Woher der Name kommt

  • belegt: Schmarren erstmals 1563 erwähnt (Hochzeitspredigt von Johannes Mathesius); im 18. Jahrhundert von der bürgerlichen Küche verfeinert. (Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (Österreich))
  • Legende: Kaiser Franz Joseph habe auf der Jagd im Salzkammergut einen Holzfällerschmarren erhalten, der ihm zu Ehren verfeinert wurde. (Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (Österreich))
  • Legende: Ein zerrissener Palatschinkenteig: «So ein Schmarrn ist des Kaisers nicht wert». (Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (Österreich))
  • Legende: Ursprünglich «Kaiserinschmarren», 1854 für Kaiserin Elisabeth kreiert. (Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (Österreich))

Festgelegt durch

  • Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (Österreich), Register Traditionelle Lebensmittel: Kaiserschmarren

Zutaten im Lexikon: Apfel

Teigtaschen · Kärnten, Österreich

Kärntner Kasnudeln

Quellenlage hoch

Was dazugehört

  • Nudelteig
  • Füllung aus (Brösel-)Topfen und Kartoffeln
  • Minze und/oder Kerbel
  • gekrendelter Rand (in Oberkärnten)

Woher der Name kommt

  • belegt: Es gibt kein Originalrezept; die Füllung ist von Tal zu Tal verschieden. Sprichwort: «A Kärntnerin, die wos net krendeln konn, die kriagt kon Monn». (Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (Österreich))

Festgelegt durch

  • Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (Österreich), Register Traditionelle Lebensmittel: Kärntner Kasnudeln

Zutaten im Lexikon: Quark, Kerbel, Kartoffel, Pasta

Käsegericht · Westschweiz, Schweiz

Käsefondue

Quellenlage mittel

Was dazugehört

  • geschmolzener Käse
  • Weisswein
  • Brot zum Eintunken

Oft dabei, aber kein Muss

  • Knoblauch, Kirsch, Stärke
  • Moitié-moitié: Gruyère und Vacherin fribourgeois zu gleichen Teilen
  • Fondue fribourgeoise: nur Vacherin fribourgeois, ohne Wein

Woher der Name kommt

  • überliefert: Die Schweizerische Käseunion förderte das Fondue in den 1930er Jahren als Nationalgericht, um den Käseabsatz zu steigern; nach dem Krieg wurde es zum Symbol der Schweiz.

Für diese Bezeichnung gibt es keine eindeutige Festlegung, darum steht hier keine Quelle.

Zutaten im Lexikon: Gruyère, Kirschwasser, Weisswein, Knoblauch

Brühwurstbrät, gebacken · Bayern, Deutschland

Leberkäse (Bayerischer)

Quellenlage hoch

Was dazugehört

  • fein zerkleinertes Brät (Rind, Schwein, Speck)
  • in Formen gebacken oder gebrüht

Häufige Fehler

  • Annehmen, Leberkäse enthalte Leber: Der bayerische enthält keine.

Festgelegt durch

Leitsätze Fleisch: Leberkäse enthält in Bayern in der Regel keine Leber; ausserhalb Bayerns heisst diese Ware «Bayerischer Leberkäs(e)». Stuttgarter Leberkäse enthält mindestens 5 % Leber.

  • Deutsche Lebensmittelbuch-Kommission (BMEL), Leitsätze für Fleisch und Fleischerzeugnisse, Neufassung 14.04.2022, geändert 07.11.2024, 2.4.2 Brühwürste (Fleischwurst, Leberkäse)

Zutaten im Lexikon: Speck

Torte · Linz, Österreich, ältestes Rezept 1653

Linzer Torte

Quellenlage hoch

Was dazugehört

  • Linzerteig (gewirkter oder gerührter Mürbteig) mit hohem Anteil Mandeln oder Nüssen
  • Marmeladefüllung, meist Ribiselmarmelade

Oft dabei, aber kein Muss

  • Teiggitter obenauf

Woher der Name kommt

  • belegt: Ältestes Rezept 1653 im Kochbuch der Gräfin Anna Margarita Sagramosa; gilt als ältestes Tortenrezept, das nach einem Ort benannt ist. Die Behauptung, Johann Conrad Vogel habe sie um 1822 erfunden, ist durch über 80 ältere Rezepte widerlegt. (Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (Österreich))

Festgelegt durch

  • Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (Österreich), Register Traditionelle Lebensmittel: Linzer Torte

Zutaten im Lexikon: Mandel

Käsegebäck (frittiert) · La Côte (Waadt): Vinzel, Bursins, Luins, Schweiz

Malakoff (Beignets de Vinzel)

Quellenlage mittel

Was dazugehört

  • Käse (Gruyère) auf Brot, in Teig getaucht
  • frittiert

Woher der Name kommt

  • Legende: Waadtländer Söldner hätten bei der Belagerung des Forts Malakow (Krimkrieg, 1855) Käse im Biwak gebraten und das Gericht nach dem Fort benannt. Zweifel: Käse war nicht in der Kriegsration.

Für diese Bezeichnung gibt es keine eindeutige Festlegung, darum steht hier keine Quelle.

Zutaten im Lexikon: Gruyère

Süssspeise · böhmisch-österreichische Küche, Österreich, ab dem 19. Jahrhundert in Kochbüchern

Marillenknödel

Quellenlage hoch

Was dazugehört

  • ganze Marillen (Aprikosen)
  • Erdäpfel-, Topfen- oder Brandteig
  • in siedendem Wasser gekocht
  • in gebräunten Butterbröseln gewälzt
  • Staubzucker

Festgelegt durch

  • Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (Österreich), Register Traditionelle Lebensmittel: Marillenknödel

Zutaten im Lexikon: Quark, Apfel, Butter

Schaumgebäck · Frankreich (Wort), Schweiz beansprucht

Meringue (Meringues mit Rahm)

Quellenlage mittel

Was dazugehört

  • Eiweiss und Zucker, steif geschlagen und getrocknet

Oft dabei, aber kein Muss

  • in der Schweiz: mit Doppelrahm (Crème de la Gruyère) oder Schlagrahm

Woher der Name kommt

  • belegt: Das Wort steht erstmals gedruckt 1692 bei François Massialot.
  • Legende: Ein italienischer Konditor Gasparini habe sie um 1600 in Meiringen erfunden. Ohne zeitgenössischen Beleg; schon Larousse 1938 war unsicher, ob Meiringen in der Schweiz oder in Sachsen-Coburg-Gotha gemeint sei.

Für diese Bezeichnung gibt es keine eindeutige Festlegung, darum steht hier keine Quelle.

Zutaten im Lexikon: Gruyère, Rahm, Ei

Teigwaren · Graubünden (Puschlav, Bergell, Mittelbünden) und Veltlin, Schweiz und Italien

Pizokel (Pizzoccheri)

Quellenlage mittel

Was dazugehört

  • Teig mit Buchweizenmehl

Woher der Name kommt

  • überliefert: Ein Buch über die Republik Graubünden von 1799 erwähnt einen «Perzockel»-Teig aus Buchweizenmehl und Ei.

Varianten und Ableitungen

Bündner Pizokel
Spätzli-artig, oft mit Weissmehl gemischt, mit Kartoffeln, Kohl oder Mangold, Bergkäse, Butter
Pizzoccheri della Valtellina (g.g.A./IGP seit 2016)
Bandnudeln mit festem Verhältnis Buchweizen zu Weizen, mit Valtellina Casera DOP, Butter, Wirsing, Kartoffeln, Knoblauch
Pizzoccheri im Puschlav
mit Mangold und Bergkäse aus dem Tal

Für diese Bezeichnung gibt es keine eindeutige Festlegung, darum steht hier keine Quelle.

Käsegericht · Wallis, Schweiz

Raclette

Quellenlage mittel

Was dazugehört

  • Raclettekäse, an der Schnittfläche geschmolzen und abgeschabt (racler)
  • Gschwellti (Pellkartoffeln)

Oft dabei, aber kein Muss

  • Essiggurken, Silberzwiebeln, Pfeffer

Woher der Name kommt

  • umstritten: Geschmolzener Käse ist im Wallis seit dem 16. Jahrhundert belegt (1557 oder 1574, die Quellen weichen ab); der Name «Raclette» ist ab 1874 schriftlich belegt.

Festgelegt durch

Der Käse «Raclette du Valais» ist eine geschützte Ursprungsbezeichnung (AOP): Rohmilch, Kupferkessi, mindestens drei Monate Reifung. Das Gericht selbst ist nicht geregelt.

Zutaten im Lexikon: Gurke, Kartoffel, Zwiebel

Schmorgericht · Rheinland, Deutschland

Rheinischer Sauerbraten

Quellenlage mittel

Was dazugehört

  • Rindfleisch (ohne Tierart erwartet die Leitsätze Rind), mehrere Tage in Essigbeize mariniert
  • süss-saure Sauce

Oft dabei, aber kein Muss

  • rheinisch: Rosinen, Apfel- oder Rübenkraut, Sauerbratenprinten zum Binden
  • Kartoffelklösse oder Reibekuchen, Apfelmus
  • traditionell Pferdefleisch (heute selten)

Festgelegt durch

Leitsätze Fleisch 2.1.2: Sauerbraten ohne Tierart ist Rindfleisch.

  • Deutsche Lebensmittelbuch-Kommission (BMEL), Leitsätze für Fleisch und Fleischerzeugnisse, Neufassung 14.04.2022, geändert 07.11.2024, 2.1.2 Braten

Zutaten im Lexikon: Rindfleisch, Apfel, Kartoffel

Schmorgericht · Deutschland

Rinderrouladen (Fleischvögel)

Quellenlage hoch

Was dazugehört

  • dünne Scheiben aus sehnen- und fettarmem Rindfleisch (ohne Tierart: Rind)
  • gefüllt und gerollt
  • Füllung in der Regel aus Speck, Gurken, Zwiebeln, Pilzen, Schinken oder ähnlichem
  • geschmort

Oft dabei, aber kein Muss

  • Senf auf dem Fleisch

Varianten und Ableitungen

Kalbsrouladen, Kalbsvögel
aus Kalbfleisch, vorwiegend mit Kalbsbrät und gekochtem Ei gefüllt

Festgelegt durch

Leitsätze Fleisch 2.1.3.6.

  • Deutsche Lebensmittelbuch-Kommission (BMEL), Leitsätze für Fleisch und Fleischerzeugnisse, Neufassung 14.04.2022, geändert 07.11.2024, 2.1.3.6 Rouladen

Zutaten im Lexikon: Rindfleisch, Speck, Schinken, Senf, Gurke, Zwiebel

Reisgericht · Zürich, Schweiz, seit 1952 bei Mövenpick

Riz Casimir

Quellenlage mittel

Was dazugehört

  • Reis
  • Kalbfleisch (Geschnetzeltes) in Currysauce
  • Früchte

Oft dabei, aber kein Muss

  • Ananas, Bananen, Pfirsiche oder Kirschen
  • Mandelsplitter

Woher der Name kommt

  • überliefert: Eingeführt von Mövenpick, seit 1952 auf der Karte; Gründer Ueli Prager gilt als Schöpfer. Der Name könnte von «Kaschmir» kommen (Petra Foede).

Für diese Bezeichnung gibt es keine eindeutige Festlegung, darum steht hier keine Quelle.

Zutaten im Lexikon: Kalbfleisch, Kirsche, Pfirsich, Mandel, Reis

Kartoffelgericht · Bern (Bauernfrühstück), Teile von Freiburg, Schweiz

Rösti

Quellenlage mittel

Was dazugehört

  • Kartoffeln, geraffelt (roh oder gekocht, je nach Schule)
  • in Fett zu einem Fladen gebraten und gewendet

Oft dabei, aber kein Muss

  • Butter oder Schweineschmalz
  • Varianten mit Speck, Zwiebeln, Käse, Spiegelei

Häufige Fehler

  • Streit roh oder gekocht geraffelt: Beides ist verbreitet, es gibt keine verbindliche Regel.

Woher der Name kommt

  • überliefert: Ursprünglich ein Frühstück der Bauern im Kanton Bern; ersetzte im 19. Jahrhundert die Milchsuppe. Der «Röstigraben» bezeichnet die Sprachgrenze.

Für diese Bezeichnung gibt es keine eindeutige Festlegung, darum steht hier keine Quelle.

Zutaten im Lexikon: Speck, Kartoffel, Zwiebel, Butter

Torte · Wien, Österreich, 1832

Sachertorte

Quellenlage hoch

Was dazugehört

  • Sachermasse (Mehl, Butter, Eier, Zucker, Schokolade)
  • Marillenmarmelade
  • Schokoladenglasur
  • abgerundete Oberkante

Oft dabei, aber kein Muss

  • Schlagobers dazu

Gut zu wissen

  • «Original Sacher-Torte» ist nach dem Vergleich von 1963 dem Hotel Sacher vorbehalten.

Woher der Name kommt

  • belegt: 1832 schuf der 16-jährige Kochlehrling Franz Sacher in der Hofküche von Fürst Metternich die Torte in ihrer Grundform. (Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (Österreich))
  • belegt: «Tortenkrieg» 1950 bis 1961 zwischen Hotel Sacher und Hofzuckerbäckerei Demel um den Namen «Original Sachertorte» und die zweite Marmeladeschicht; Friedrich Torberg sagte aus, zu Anna Sachers Lebzeiten sei die Torte nie in der Mitte gefüllt worden. Vergleich 1963. (Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (Österreich))

Varianten und Ableitungen

Original Sacher-Torte (Hotel Sacher)
mit Marillenmarmelade auch in der Mitte
Demel's Sachertorte (früher «Eduard-Sacher-Torte»)
ohne Mittelschicht, Marmelade nur unter der Glasur

Festgelegt durch

Deutsches Lebensmittelbuch, Leitsätze für Feine Backwaren 2.2.4.9: Schokoladentorte aus Sachermasse mit Fruchtfüllung (mindestens 45 % Aprikosenanteil), überzogen mit Kuvertüre oder Kakao-Zuckerglasur.

  • Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (Österreich), Register Traditionelle Lebensmittel: Sachertorte
  • Deutsche Lebensmittelbuch-Kommission (BMEL), Leitsätze für Feine Backwaren, Neufassung 09.01.2025, 2.2.4.9 Sachertorte

Zutaten im Lexikon: Schokolade, Butter, Ei

Süssspeise (warm) · Salzburg, Österreich

Salzburger Nockerl(n)

Quellenlage hoch

Was dazugehört

  • Eischnee (Hauptbestandteil)
  • Eigelb
  • Zucker
  • wenig Mehl
  • drei Nocken in einer gebutterten, heissen Form, im Ofen goldbraun gebacken
  • nur leicht mit Staubzucker bestreut

Oft dabei, aber kein Muss

  • Vanillezucker, Rum, etwas Obers in der Form (Rezept aus «Die 100 klassischen Gerichte Österreichs»)
  • Preiselbeeren oder Himbeermark in der Form (verbreitet, nicht im Register)

Kurz erklärt

Eiklar mit Salz und Zucker steif schlagen, Dotter und Aromen rasch unterheben, Mehl darüber, als Nocken in die heisse Form setzen, bei rund 190 °C backen. Sofort servieren, meist für zwei Personen.

Häufige Fehler

  • Zu viel Staubzucker: Sie sollen «leicht überzuckert, keineswegs verschneit» sein.
  • Stehen lassen: Die Nockerl fallen sofort zusammen.

Woher der Name kommt

  • Legende: Fürsterzbischof Wolfgang Dietrich von Raitenau habe sich von Salome Alt mit Nockerln verwöhnen lassen. Kulinarhistoriker bezweifeln es: Der nötige Backofen kam erst im 19. Jahrhundert auf, steifer Eischnee erst nach 1700. (Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (Österreich))
  • belegt: Conrad Hagger (Hofkoch, 1719) beschreibt «echte» Salzburger Nockerl aus einem Brandteig-Auflauf; Marie von Rokitansky (1897) als pyramidenförmige Nocken, in der Pfanne wie ein Omelett gebacken. (Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (Österreich))
  • überliefert: Die Nocken stehen für die Salzburger Hausberge; welche gemeint sind (Kapuziner-, Mönchs-, Gais-, Rain- oder Nonnberg), geht aus der Literatur nicht eindeutig hervor. (Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (Österreich))

Festgelegt durch

Keine verbindliche Rezeptur; Register des Ministeriums.

  • Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (Österreich), Register Traditionelle Lebensmittel: Salzburger Nockerln

Zutaten im Lexikon: Vanille, Rum, Himbeere, Butter, Ei

Fleischgericht · Deutschland

Schnitzel à la Holstein

Quellenlage hoch

Was dazugehört

  • unpaniertes Kalbsschnitzel
  • Garnierung mit Sardellen u. a.
  • Spiegelei obenauf

Woher der Name kommt

  • überliefert: Benannt nach Friedrich von Holstein (1837 bis 1909), Diplomat im Auswärtigen Amt in Berlin. Verbreitet, in den geprüften Quellen nicht belegt.

Festgelegt durch

Leitsätze Fleisch 2.1.3.4.

  • Deutsche Lebensmittelbuch-Kommission (BMEL), Leitsätze für Fleisch und Fleischerzeugnisse, Neufassung 14.04.2022, geändert 07.11.2024, 2.1.3.4 Schnitzel

Zutaten im Lexikon: Sardelle, Kalbfleisch

Teigtaschen · Baden-Württemberg, Bayerisch-Schwaben, Deutschland

Schwäbische Maultaschen

Quellenlage hoch

Was dazugehört

  • Nudelteig aus Hartweizengriess und/oder Mehl, Dinkel, Vollei, Wasser
  • Füllung mit Brät aus Schweine-, Rind- und/oder Kalbfleisch
  • regional typisches Gemüse wie Spinat möglich

Oft dabei, aber kein Muss

  • eingeweichtes Brot, Zwiebeln, Gewürze in der Füllung; in der Brühe oder geschmälzt

Festgelegt durch

Geschützte geografische Angabe (g.g.A.) «Schwäbische Maultaschen / Schwäbische Suppenmaultaschen»; Spezifikation beim DPMA.

  • Deutsches Patent- und Markenamt, Register geografischer Angaben: Schwäbische Maultaschen / Schwäbische Suppenmaultaschen (g.g.A.), Spezifikation

Zutaten im Lexikon: Kalbfleisch, Spinat, Zwiebel

Torte · Deutschland

Schwarzwälder Kirschtorte

Quellenlage hoch

Was dazugehört

  • Kirschwasser-Sahnetorte oder Kirschwasser-Buttercremetorte (auch kombiniert)
  • Kirschwasser geschmacklich deutlich wahrnehmbar
  • Kirschen in der Füllung
  • dunkle und/oder helle Wiener- oder Biskuitböden; dunkle Masse mit mindestens 3 % Kakaopulver
  • eingestrichen mit Sahne oder Buttercreme, mit Schokoladenspänen garniert

Oft dabei, aber kein Muss

  • Mürbeteig als Unterboden
  • teilweise Ganache in der Füllung

Häufige Fehler

  • Ohne Kirschwasser, z. B. für Kinder: Dann darf sie nach den Leitsätzen nicht so heissen.

Festgelegt durch

Deutsches Lebensmittelbuch, Leitsätze für Feine Backwaren 2.2.7.4. Der Name ist eine Gattungsbezeichnung: Die Torte muss nicht aus dem Schwarzwald stammen (Leitsätze Abschnitt 1, geografische Hinweise).

  • Deutsche Lebensmittelbuch-Kommission (BMEL), Leitsätze für Feine Backwaren, Neufassung 09.01.2025, 2.2.7.4 Schwarzwälder Kirschtorte

Zutaten im Lexikon: Schokolade, Kirschwasser, Kirsche, Butter

Hefegebäck · Deutschland

Stollen (Christstollen)

Quellenlage hoch

Was dazugehört

  • Hefeteig
  • auf 100 kg Getreide mindestens 30 kg Butter (oder entsprechende Fette)
  • mindestens 60 kg Trockenfrüchte, Zitronat und/oder Orangeat

Varianten und Ableitungen

Marzipanstollen
mindestens 5 % Marzipanrohmasse, Trockenfrüchte dürfen entfallen
Dresdner Christstollen
geschützte geografische Angabe mit eigener Spezifikation (nicht geprüft)

Festgelegt durch

Leitsätze für Feine Backwaren 2.2.6.

  • Deutsche Lebensmittelbuch-Kommission (BMEL), Leitsätze für Feine Backwaren, Neufassung 09.01.2025, 2.2.6 Stollengebäcke

Zutaten im Lexikon: Orange, Butter

Siedfleischgericht · Wien, Österreich, Bezeichnung gedruckt seit 1911 (Hess)

Tafelspitz

Quellenlage hoch

Was dazugehört

  • Tafelspitz: Teilstück vom Knöpfel (Schlögel) des Rindes, mit schmalem Fettrand
  • in Suppe gesotten
  • in Scheiben, mit Suppe übergossen serviert

Oft dabei, aber kein Muss

  • Schnittlauchsauce
  • Semmelkren oder Apfelkren
  • Gemüse
  • Röstkartoffeln (geröstete Erdäpfel)

Woher der Name kommt

  • belegt: Gekochtes Rindfleisch war seit dem 15. Jahrhundert in Wien Alltag; Kaiser Franz Joseph I. soll es täglich gegessen haben. Die Bezeichnung «Tafelspitz» steht erstmals 1911 bei Hess. (Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (Österreich))
  • Legende: Anna Sacher habe den Tafelspitz für hungrige Offiziere erfunden, die an der kaiserlichen Tafel nicht satt wurden. (Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (Österreich))

Festgelegt durch

Österreichisches Register traditioneller Lebensmittel; Teilstückbezeichnung im Lebensmittelbuch (Codex B 14) und AMA-Teilstückliste.

  • Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (Österreich), Register Traditionelle Lebensmittel: Tafelspitz

Zutaten im Lexikon: Schnittlauch, Meerrettich, Apfel, Lauch, Kartoffel

Dessert · Schweiz (in allen Landesteilen so genannt)

Vermicelles

Quellenlage hoch

Was dazugehört

  • Marronipüree, durch eine Lochscheibe gepresst (Fäden wie Vermicelli)
  • Schlagrahm

Oft dabei, aber kein Muss

  • auf Tartelette und/oder Meringue

Woher der Name kommt

  • belegt: Erste schriftliche Erwähnung Ende 19. Jahrhundert: Joseph Favre, «Dictionnaire universel de cuisine pratique» (1894), «Vermicelle de marrons à la crème». Name von italienisch vermicelli (Würmchen).

Für diese Bezeichnung gibt es keine eindeutige Festlegung, darum steht hier keine Quelle.

Zutaten im Lexikon: Kastanie

Schmorgericht · Österreich, aus Ungarn übernommen, erstes Rezept 1819 (Prag), 1827 bei Anna Dorn

Wiener Gulasch (Saftgulasch)

Quellenlage hoch

Was dazugehört

  • Rindfleisch
  • Zwiebeln
  • Paprika

Oft dabei, aber kein Muss

  • Semmel- oder Serviettenknödel, Nockerl, Kartoffeln, Semmel

Woher der Name kommt

  • belegt: Der Name kommt von ungarisch «gulyás» (Rinderhirt); ursprünglich eine einfache Suppe der Hirten aus Fleisch und Zwiebeln. In Wien unterschied man ungarisches «Gulyás» und Wiener «Gollasch». (Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (Österreich))

Varianten und Ableitungen

Szegediner Gulasch (Szekler Gulasch)
überwiegend aus Sauerkraut mit Schweinefleisch, Fleischanteil über 30 % (Leitsätze Fleisch 2.1.4.4)

Festgelegt durch

Deutsches Lebensmittelbuch, Leitsätze Fleisch 2.1.4.4: «Gulasch ist gestückeltes, gegartes Rindfleisch in gewürzter Sauce», Fleischanteil über 50 %; andere Tierarten müssen genannt werden.

  • Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (Österreich), Register Traditionelle Lebensmittel: Gulasch
  • Deutsche Lebensmittelbuch-Kommission (BMEL), Leitsätze für Fleisch und Fleischerzeugnisse, Neufassung 14.04.2022, geändert 07.11.2024, 2.1.4.4 Gulasch

Zutaten im Lexikon: Rindfleisch, Kartoffel, Zwiebel

Fleischgericht · Wien, Österreich, Name gedruckt seit 1831; «gebackene Schnitzeln» seit 1798

Wiener Schnitzel

Quellenlage hoch

Was dazugehört

  • Kalbsschnitzel (Kalbsschlögel: Nuss, Kaiserteil oder Frikandeau), dünn plattiert (rund 6 mm)
  • Panade in der Reihenfolge Mehl, verquirltes Ei, Semmelbrösel
  • in reichlich heissem Fett schwimmend herausgebacken (2 bis 3 cm Fett), Pfanne schwenken

Oft dabei, aber kein Muss

  • Schweineschmalz (traditionell), sonst Butterschmalz oder neutrales Öl
  • Zitronenspalte oder -hälfte
  • Beilagen: Erdäpfel-, Gurken-, Paradeis-, Mayonnaise- oder Blattsalat, Petersilienerdäpfel

Häufige Fehler

  • Schweinefleisch als «Wiener Schnitzel» verkaufen.
  • Panade andrücken: Sie soll locker aufliegen und beim Backen soufflieren (Pfanne schwenken).
  • Sauce dazu: Ein Wiener Schnitzel hat keine Sauce.

Gut zu wissen

  • Aus anderem Fleisch nur mit Tierart: in Deutschland «Schweineschnitzel Wiener Art», «Putenschnitzel Wiener Art»; in Österreich «Schnitzel Wiener Art» oder «Wiener Schnitzel vom Schwein». In der Schweiz keine eigene Regel gefunden; massgeblich ist das Täuschungsverbot.

Woher der Name kommt

  • belegt: «Gebackene Schnitzeln» erstmals im «Kleinen Österreichischen Kochbuch» von 1798; die Bezeichnung «Wiener Schnitzel» 1831 erstmals bei Neudecker; 1900 auf einer Speisekarte (Goldener Engel, Prag). (Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (Österreich))
  • Legende: Feldmarschall Radetzky habe das Rezept 1857 aus Mailand mitgebracht (Vorbild Costoletta alla milanese). Widerlegt durch Günter Wiegelmann (1967), Richard Zahnhausen (2001) und Heinz Dieter Pohl (2007); laut Pohl taucht die Verbindung erstmals 1969 in einem italienischen Gastronomieführer auf. (Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (Österreich))

Varianten und Ableitungen

klassische Garnitur der Gastronomie
Zitronenscheibe mit eingerolltem Sardellenfilet und Kapern, Petersilie. In der Fachliteratur der Hotelküche verbreitet; das österreichische Register nennt nur die Zitrone. Hinweis: Schnitzel à la Holstein hat ausdrücklich Sardellen (siehe dort).

Festgelegt durch

Österreichisches Lebensmittelbuch, Codexkapitel B 14 (paniertes, im Fett herausgebackenes Kalbsschnitzel); Deutsches Lebensmittelbuch, Leitsätze für Fleisch 2.1.3.4: «Wiener Schnitzel ist paniertes Kalbsschnitzel».

  • Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (Österreich), Register Traditionelle Lebensmittel: Wiener Schnitzel
  • Deutsche Lebensmittelbuch-Kommission (BMEL), Leitsätze für Fleisch und Fleischerzeugnisse, Neufassung 14.04.2022, geändert 07.11.2024, 2.1.3.4 Schnitzel

Zutaten im Lexikon: Kalbfleisch, Apfel, Zitrone, Gurke, Petersilie, Butter

Torte · Zug, Schweiz, 1915

Zuger Kirschtorte

Quellenlage hoch

Was dazugehört

  • heller Biskuit, mit Kirschsirup getränkt
  • zwei Japonaisböden
  • rosa Kirschtortencrème
  • Puderschnee mit Rautenmuster
  • geröstete Mandelscheiben am Rand
  • prägendes Kirscharoma

Woher der Name kommt

  • belegt: Konditor Heinrich Höhn experimentierte mit Zuger Kirsch; erstes Inserat mit «Zuger Kirschtorte» am 23. Dezember 1915; 1917 die heutige Struktur; 1922 Schutzmarke mit dem Zytturm.

Festgelegt durch

Geschützte geografische Angabe (GGA/IGP) seit 2015: ausserhalb des Kantons Zug darf sie nicht so heissen.

Zutaten im Lexikon: Mandel

Fleischgericht · Zürich, Schweiz, erstmals gedruckt in einem Kochbuch von 1947

Zürcher Geschnetzeltes (Züri Gschnätzlets)

Quellenlage mittel

Was dazugehört

  • Kalbfleisch in feinen Streifen
  • Weisswein
  • Rahm
  • Demi-glace oder Kalbsjus

Oft dabei, aber kein Muss

  • Rösti als Beilage
  • Champignons (später ergänzt)
  • Kalbsnierli (Variante, in den frühen Rezepten nicht enthalten)

Häufige Fehler

  • Schweinefleisch oder Poulet unter dem Namen: Geschnetzeltes ohne Tierart ist Kalb (Leitsätze DE), und das Zürcher ist klassisch Kalb.

Woher der Name kommt

  • belegt: Erstnachweis in einem Kochbuch von 1947; die ersten Rezepte hatten weder Nieren noch Pilze.
  • umstritten: Ursprung bei Offizieren im 19. Jahrhundert oder in der ländlichen Zürcher Küche: nicht belegt.

Festgelegt durch

  • Deutsche Lebensmittelbuch-Kommission (BMEL), Leitsätze für Fleisch und Fleischerzeugnisse, Neufassung 14.04.2022, geändert 07.11.2024, 2.1.4.3 Geschnetzeltes

Zutaten im Lexikon: Champignon, Kalbfleisch, Weisswein, Rahm

Fleischgericht · Wien, Österreich

Zwiebelrostbraten (Wiener Rostbraten)

Quellenlage hoch

Was dazugehört

  • Rostbraten (Rindfleisch, Scheibe aus dem Rostbraten)
  • in der Pfanne gebraten
  • geröstete Zwiebelringe obenauf

Varianten und Ableitungen

Girardi-Rostbraten
gedünstet, mit Wurzelwerk-Streifen zugedeckt; nach der Überlieferung von Katharina Schratt für den Schauspieler Alexander Girardi erfunden
Maschin- oder Reinrostbraten
im dicht schliessenden Geschirr weich gedünstet

Festgelegt durch

Leitsätze Fleisch (DE): Rostbraten ohne Tierart ist Rindfleisch.

  • Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (Österreich), Register Traditionelle Lebensmittel: Rostbraten
  • Deutsche Lebensmittelbuch-Kommission (BMEL), Leitsätze für Fleisch und Fleischerzeugnisse, Neufassung 14.04.2022, geändert 07.11.2024, 2.1.2 Braten

Zutaten im Lexikon: Rindfleisch, Zwiebel