Preisradar

Methodik und Quellen

Das Preisradar zeigt nur Zahlen aus öffentlichen Quellen, deren Bedingungen die Nutzung erlauben, und rechnet sie nach offengelegten Regeln. Es nennt keine Gründe für Preisbewegungen und macht keine eigenen Vorhersagen.

Woher die Zahlen kommen

BLW
Bundesamt für Landwirtschaft BLW, Marktbeobachtung. Ladenpreise im Schweizer Detailhandel für Früchte, Gemüse, Kartoffeln, Milchprodukte, Eier, Mehl, Brot, Zucker und Speiseöle, monatlich. Bedingungen: Freie Nutzung, Quellenangabe Pflicht.
OECD-FAO
OECD und FAO, Agricultural Outlook. Produzentenpreise der Schweiz mit Projektion für die nächsten Jahre, jährlich. Bedingungen: CC BY 3.0 IGO. Bearbeitung eines Werks von OECD und FAO.
Eurostat Comext
Eurostat, Aussenhandel der EU (Comext). Einfuhrwert je kg an der Grenze (Wert geteilt durch Menge) für Gewürze, Nüsse, Fisch und andere Importware, in Franken umgerechnet. Bedingungen: Weiterverwendung mit Quellenangabe.
Eurostat HICP
Eurostat, Harmonisierter Verbraucherpreisindex. Preisindizes der Schweiz, Deutschlands und Österreichs für Warengruppen, monatlich, Index 2015 = 100. Bedingungen: Weiterverwendung mit Quellenangabe.
Weltbank
Weltbank, Commodity Price Data. Weltmarktpreise für Kaffee, Kakao, Tee, Zucker, Getreide, Öle und Fleisch, monatlich, in Franken umgerechnet. Bedingungen: CC BY 4.0.

Keine Reihe wird an eine andere angehängt, damit sie früher beginnt: Ein Diagramm beginnt, wo die Quelle beginnt. Werte in Euro oder Dollar rechnen wir mit den monatlichen Referenzkursen der Europäischen Zentralbank in Franken um, wie Eurostat sie veröffentlicht; Jahreswerte mit dem Schnitt der zwölf Monate.

So entsteht der Stempel

Der Stempel vergleicht den neusten Wert mit dem Schnitt desselben Monats in den fünf Jahren davor (mindestens drei Werte). Fehlen diese, gilt der Schnitt aller Monate zwischen einem und fünf Jahren zurück. Bei Jahreswerten zählt der Schnitt der fünf Vorjahre. Weil derselbe Monat verglichen wird, gelten Erdbeeren im Januar nicht als «deutlich teurer», nur weil sie im Winter immer mehr kosten.

  • deutlich teurer15 % oder mehr über dem Schnitt
  • teurer5 bis unter 15 % darüber
  • üblichweniger als 5 % Abweichung
  • günstiger5 bis unter 15 % darunter
  • deutlich günstiger15 % oder mehr darunter

Die Schwellen sind unsere eigene Regel, an den echten Reihen geprüft. «Nicht aktuell» steht, wenn der neuste Monatswert älter als vier Monate ist (bei Jahreswerten älter als zwei Jahre), meist weil die Ware gerade nicht im Angebot ist.

Die übrigen Kennzahlen

  • Gegen Vorjahr: neuster Wert gegen denselben Monat ein Jahr davor (bei Jahreswerten gegen das Vorjahr).
  • Richtung: Schnitt der letzten zwölf Monate gegen den Schnitt der zwölf Monate drei Jahre davor, umgerechnet auf Prozent pro Jahr. Sie beschreibt, was war, und ist keine Vorhersage.
  • Saisonprofil: Schnitt jedes Kalendermonats der letzten fünf Jahre gegen den Schnitt aller Monate, nur Monate mit mindestens drei Werten.
  • Teuerungsbereinigt: Wert mal Gesamtindex der Schweiz (HICP) im neusten Monat geteilt durch den Gesamtindex im Monat des Werts. So siehst du, ob eine Ware stärker oder schwächer teurer wurde als der Durchschnitt.
  • Vergleich mit Deutschland und Österreich: Preisindizes, alle gleich 100 im ersten gemeinsamen Monat. Sie zeigen die Entwicklung, nicht das Preisniveau; Ladenpreise je kg veröffentlichen die Behörden dort nicht.
  • Ausblick: nur die Projektion von OECD und FAO, wo es sie für die Schweiz gibt, gestrichelt gezeichnet. Sonst steht «kein amtlicher Ausblick».

Wie neue Werte geprüft werden

Jeden Montag holt ein automatischer Ablauf die neuen Werte aller Quellen und rechnet die Stempel neu. Springt ein Wert stärker als üblich für seine Art (bei Ladenpreisen um mehr als 60 % gegen den Vormonat und denselben Monat im Vorjahr) oder ändert die Quelle einen alten Wert um mehr als 25 %, wird er zurückgehalten. Liefert die Quelle denselben Wert eine Woche später wieder und ist der Sprung höchstens Faktor vier, wird er übernommen; grössere Sprünge prüfen wir von Hand.

Grenzen

  • Ladenpreise sind nicht die Einkaufspreise der Gastronomie, die im Grosshandel und mit Mengenrabatten einkauft.
  • Der Importwert je kg (Eurostat Comext) ist Wert geteilt durch Menge an der Grenze, über alle Qualitäten einer Zolltarifnummer gemittelt. Er ist kein Ladenpreis und schwankt bei kleinen Mengen stark.
  • Weltmarktpreise gelten für grosse Mengen an den Handelsplätzen und sind in Dollar notiert; in Franken umgerechnet bewegen sie sich auch mit dem Wechselkurs.
  • Preisindizes zeigen die Veränderung, nicht das Niveau: Ein Index von 120 heisst 20 % teurer als 2015, nicht teurer als in einem anderen Land.
  • Für Gewürze, Fisch und Exoten gibt es keinen amtlichen Kilopreis im Schweizer Laden.
  • Ohne Konto zeigt das Preisradar die letzten 5 Jahre der Hauptreihe; mit einem kostenlosen Konto alle Werte.

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