Reinigungsplan
Ein Reinigungsplan scheitert selten am guten Willen und fast immer an der Frage, wer heute dafür zuständig ist. Wer die Verantwortung klar verteilt, bekommt eine Küche, die auch am Freitagabend sauber bleibt.
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Sauber sehen die meisten Küchen aus, das lässt sich mit einem Lappen und zwanzig Minuten vor Feierabend erreichen. Hygienisch sauber ist etwas anderes, und der Unterschied liegt in dem, was man nicht sieht: Biofilm auf dem Schneidbrett, Fett in der Dunstabzugshaube, Rückstände im Ablauf der Spülmaschine. Ein Reinigungsplan macht diesen Unterschied sichtbar, indem er festhält, was wie oft gereinigt wird und wer dafür zuständig ist.
Der Unterschied zwischen aufräumen und reinigen
Aufräumen bringt Ordnung, reinigen entfernt das, was Mikroorganismen zum Wachsen brauchen. Beides passiert oft im selben Handgriff, aber nur eines davon wirkt auf die Keimzahl. Ein Reinigungsplan trennt diese beiden Tätigkeiten bewusst und legt fest, wann eine Fläche nur aufgeräumt und wann sie tatsächlich desinfiziert werden muss. Diese Unterscheidung ist der Grund, warum ein durchdachter Plan mehr leistet als der gesunde Menschenverstand einer erfahrenen Küchenkraft.
Warum Farbcodes vor Kreuzkontamination schützen
Ein Lappen, der zuerst die Fläche für rohes Poulet wischt und danach den Tisch für den Dessertteller, verschiebt Keime dorthin, wo sie am wenigsten hingehören. Farblich getrennte Tücher, Bretter und Eimer pro Bereich lösen dieses Problem, ohne dass jede Person im Kopf behalten muss, welches Tuch wofür bestimmt war. Der Aufwand, eine solche Trennung einzuführen, ist gering, der Nutzen gegen Kreuzkontamination gross.
Ein Rhythmus, der bei niemandem allein hängen bleibt
Manche Aufgaben gehören in jede Schicht, andere in die Woche, wieder andere nur in den Monat. Das Problem entsteht, wenn diese drei Rhythmen nicht sauber getrennt sind: Wird alles täglich erwartet, ermüdet das Team, wird nichts wirklich terminiert, bleibt die monatliche Aufgabe irgendwann ganz aus. Die grösste Schwachstelle ist dabei selten die tägliche Aufgabe, sondern die monatliche: die Dunstabzugshaube, der Bereich hinter dem Herd, das Kühlaggregat von aussen. Ohne festen Termin und feste Zuständigkeit rutscht so eine Aufgabe leise von einer Woche in die nächste, bis sie schliesslich mit deutlich mehr Aufwand nachgeholt werden muss, als eine regelmässige Erledigung gekostet hätte. Ein Plan, der Tage, Wochen und Monate auseinanderhält und einer Person zuordnet, übersteht auch, wenn die Stammbesetzung gerade in den Ferien ist.
Wenn Chemie zum eigenen Risiko wird
Nicht jedes Reinigungsmittel verträgt sich mit jedem anderen, und in einer hektischen Küche werden Produkte schneller gemischt, als es die Etiketten empfehlen. Werden zum Beispiel chlorhaltige und saure Reinigungsmittel im selben Eimer gemischt, entstehen giftige Dämpfe, oft ohne Vorwarnung durch einen auffälligen Geruch. Ein Plan, der auch festhält, welches Mittel wofür gedacht ist und welche Kombinationen tabu sind, schützt nicht nur die Lebensmittel, sondern auch die Person, die putzt.
Was schlechte Reinigung nach sich zieht
Die Folgen einer lückenhaften Reinigung zeigen sich selten sofort. Fettreste rund um die Friteuse verkürzen die Standzeit des Frittieröls, und liegen gebliebene Essensreste sind für Schädlinge eine Einladung, die sich erst Wochen später als Befall zeigt. Ein Reinigungsplan wirkt deshalb nicht nur auf die eigene Kontrolle, sondern auf beinahe jeden anderen Bereich der Selbstkontrolle mit.