Wasser-Lexikon

203 natürliche Mineralwasser aus 26 Ländern mit ihrer Analyse: Calcium, Magnesium, Natrium, Hydrogencarbonat, Sulfat, Chlorid und weitere Werte, die Härte in °fH, die Kohlensäure je Abfüllung und die Einordnung nach Schweizer Recht. Bei 158 Wassern ist die Analyse vollständig. Dazu 36 Zwecke: wofür sich welches Wasser in Küche, Backstube, Bar, bei Kaffee und Tee und im Service eignet, und warum.

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Ein Wasser zum Ansehen, für alle offenVichy Célestins Frankreich offen

Trägt den Namen des Kurorts Vichy, nach dem auch die Karotten à la Vichy heissen: stark mineralisiert, mit viel Natrium und Hydrogencarbonat. So sieht jede Seite im Wasser-Lexikon aus.

Härte
29,8 °fH
Natrium
1'172 mg/l
Hydrogencarbonat
2'989 mg/l

Alle Wasser

203 von 203
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Schweiz 18

Belgien 5

Bulgarien 2

Dänemark 1

Deutschland 37

Frankreich 54

Griechenland 4

Irland 1

Island 1

Italien 24

Kroatien 1

Luxemburg 1

Niederlande 1

Norwegen 4

Österreich 12

Polen 3

Portugal 7

Rumänien 3

Schweden 1

Slowakei 2

Slowenien 1

Spanien 7

Tschechien 4

Ungarn 2

Vereinigtes Königreich 5

Zypern 2

Wofür welches Wasser

Fast jeder Zweck hat eine Bedingung aus den Werten, zum Beispiel «Härte 4 bis 25 °fH». Bei jedem Wasser stehen die Zwecke, deren Bedingung zutrifft, mit der ganzen Begründung. Bei jedem Zweck steht auch, wie gut er belegt ist.

Küche

  • Hülsenfrüchte: Calcium bremst das Weichkochen
    Trifft zu bei: Calcium über 150 mg/l
    Belegt
  • Garzeit: hartes Wasser kann sie verlängern
    Trifft zu bei: Härte ab 32 °fH
    Belegt
  • Trockenbohnen: so viel Hydrogencarbonat wie Natronwasser
    Trifft zu bei: Hydrogencarbonat ab 1'450 mg/l, Natrium über 200 mg/l
    Einzelquelle
  • Reis: sehr hartes Wasser eher nicht
    Trifft zu bei: Härte ab 150 °fH
    Belegt
  • Kalk: Härte bestimmt das Entkalken
    Trifft zu bei: Härte ab 32 °fH
    Belegt
  • Gemüse: alkalisches Kochwasser, Grün und Rotkabis
    Trifft zu bei: Hydrogencarbonat über 600 mg/l, Natrium über 200 mg/l
    Einzelquelle
  • Konfitüre: Calcium bei niedrig verestertem Pektin
    Trifft zu bei: Calcium über 150 mg/l
    Belegt
  • Einlegen: hartes Wasser trübt die Lake
    Trifft zu bei: Härte ab 32 °fH
    Einzelquelle
  • Einlegen: weiches Wasser für die Lake
    Trifft zu bei: Härte unter 15 °fH
    Einzelquelle
  • Karotten à la Vichy: einst mit Vichy-Wasser
    Trifft zu bei: Hydrogencarbonat über 600 mg/l, Natrium über 200 mg/l
    Historisch

Backen

  • Brotteig: mittelhartes Wasser
    Trifft zu bei: Härte 10 bis 18 °fH
    Fachpraxis
  • Sauerteig: Wasser prägt den Neuansatz
    Trifft zu bei: Härte 16 bis 34 °fH
    Belegt

Kaffee und Tee

  • Kaffee: Härte im unkritischen Bereich
    Trifft zu bei: Härte 4 bis 25 °fH
    Einzelquelle
  • Espressomaschine: Härte und Puffer im Rahmen
    Trifft zu bei: Härte 4 bis 25 °fH, Hydrogencarbonat 49 bis 183 mg/l
    Einzelquelle
  • Kaffee: viel Hydrogencarbonat macht flach
    Trifft zu bei: Hydrogencarbonat über 600 mg/l
    Belegt
  • Kaffee: Wasser über 25 °fH eher nicht
    Trifft zu bei: Härte über 25 °fH
    Fachpraxis
  • Kaffee: sehr weiches Wasser mit Vorbehalt
    Trifft zu bei: Härte unter 4 °fH
    Einzelquelle
  • Cold Brew: stilles Wasser, Wahl wenig kritisch
    Trifft zu bei: still
    Einzelquelle
  • Grüner Tee: weiches Wasser mit wenig Hydrogencarbonat
    Trifft zu bei: Härte höchstens 4,2 °fH, Hydrogencarbonat höchstens 35 mg/l
    Belegt
  • Grüner Tee: Hydrogencarbonat färbt braun
    Trifft zu bei: Hydrogencarbonat ab 70 mg/l
    Belegt
  • Grüner Tee: Calcium trübt beim Abkühlen
    Trifft zu bei: Calcium über 40 mg/l
    Belegt
  • Tee: Teehaut bei Härte mit Hydrogencarbonat
    Trifft zu bei: Härte ab 6,6 °fH, Hydrogencarbonat ab 50 mg/l
    Belegt
  • Schwarzer Tee: härteres Wasser färbt dunkler
    Trifft zu bei: Härte ab 17 °fH
    Belegt

Bar

  • Klares Eis: stilles Wasser, von einer Seite gefroren
    Trifft zu bei: still
    Belegt
  • Weinschorle: kräftig sprudelndes Wasser
    Trifft zu bei: viel Kohlensäure
    Einzelquelle
  • Wasserkefir: Puffer und Calcium für die Körner
    Trifft zu bei: Hydrogencarbonat ab 626 mg/l, Calcium ab 50 mg/l, still
    Belegt

Service

  • Sprudel: Serviertemperatur steuert das Prickeln
    Trifft zu bei: mit Kohlensäure
    Belegt
  • Sprudelwasser kühl halten und kalt einschenken
    Trifft zu bei: mit Kohlensäure
    Belegt
  • Zum Wein: mineralarmes Wasser als Begleiter
    Trifft zu bei: Abdampfrückstand höchstens 500 mg/l
    Fachpraxis
  • Kräftiger Rotwein: stilles Wasser
    Trifft zu bei: still
    Einzelquelle
  • Wild und Schmorgerichte: stilles, mineralreiches Wasser
    Trifft zu bei: still, Abdampfrückstand über 1'500 mg/l
    Einzelquelle
  • Leichte Speisen: mineralärmeres Wasser
    Trifft zu bei: Abdampfrückstand höchstens 500 mg/l
    Einzelquelle
  • Leichter Weisswein: auch ein Medium
    Trifft zu bei: wenig bis mittel Kohlensäure
    Einzelquelle

Moderne Küche

  • Sphärifikation: calciumreiches Wasser meiden
    Trifft zu bei: Calcium über 150 mg/l
    Einzelquelle

Für jedes Wasser

Zu Schokolade: Wasser nicht eiskalt reichen

Belegt

Zu Schokoladendesserts reicht man Wasser besser nicht eiskalt. In Versuchen schmeckte dunkle Schokolade nach einer kurzen Mundspülung mit 4 °C kaltem Wasser weniger süss, weniger schokoladig und weniger cremig als nach Wasser von 20 oder 50 °C und gefiel weniger. Bei Cheddar zeigte sich das nicht. Eiswasser kühlt den Mund, und Süsse wird laut Fachliteratur bei tieferer Temperatur schwächer wahrgenommen.

Weinprobe: Wasser ist ein schwacher Mundreiniger

Belegt

Zwischen mehreren Rotweinen nimmt Wasser die sich aufbauende Adstringenz nur schwach weg. In Versuchen wirkte Wasser von vier Mundreinigern am schwächsten, ungesalzene Cracker am besten. Weder stilles noch kohlensäurehaltiges Wasser senkte die im Speichel verbliebenen Polyphenole, die mit der Adstringenz zusammenhängen; das gelang nur Milch. Zu Proben mit vielen Rotweinen gehören deshalb Cracker neben das Wasser.

Wie gut die Zwecke belegt sind

Wir zeigen alle 36 geprüften Zwecke, auch die, für die es nur eine Quelle gibt. Darum steht bei jedem Zweck, worauf er beruht: 18 belegt, 3 aus der Fachpraxis, 14 mit einer Quelle, 1 historisch.

Belegt

Eine wissenschaftliche Untersuchung oder eine Behörde zeigt genau diese Wirkung.

Fachpraxis

Mindestens zwei unabhängige Fachquellen stimmen überein. Eine Messung genau dieser Wirkung liegt nicht vor.

Einzelquelle

Stützt sich auf eine einzige Fachquelle oder Untersuchung. Als Hinweis verstehen, nicht als feste Regel.

Historisch

Beschreibt eine überlieferte Verwendung aus alten Kochbüchern. Heute nicht mehr üblich.

Was die Werte bedeuten

Wofür ein Wert steht, wie er schmeckt und was er beim Kochen, Backen und Aufgiessen bewirkt. Die rechtlichen Angaben wie «calciumhaltig» oder «natriumhaltig» stammen aus Art. 9 Abs. 3 der Verordnung des EDI über Getränke.

Härte

Die Wasserhärte ist ein Mass für die gelösten Calcium- und Magnesiumionen; in der Schweiz wird sie in französischen Härtegraden (°fH) angegeben. Eingestuft wird von weich (unter 15 °fH) über mittelhart, ziemlich hart und hart bis sehr hart (über 42 °fH).

Belegt

Geschmack: Änderungen der Härte fallen vielen beim Trinken auf. Welche Härte als angenehm gilt, ist von Ort zu Ort sehr verschieden.

In der Küche: Hartes Wasser bildet beim Erhitzen Kalk, der sich an Armaturen und in Geräten wie der Kaffeemaschine absetzt. In Versuchen garten Reis, Dal und Kartoffeln in hartem Wasser langsamer; sehr hartes Wasser (über rund 150 °fH) verschlechterte Farbe und Geschmack von Reis.

Einteilung
  • weich: Härte unter 15 °fH
  • mittelhart: Härte ab 15 °fH, Härte unter 25 °fH
  • ziemlich hart: Härte ab 25 °fH, Härte unter 32 °fH
  • hart: Härte 32 bis 42 °fH
  • sehr hart: Härte über 42 °fH
Mineralisierung

Die Gesamtmineralisation ist die Summe aller gelösten Bestandteile eines Wassers, vor allem Calcium, Magnesium, Natrium, Kalium, Hydrogencarbonat, Chlorid und Sulfat. Für die rechtlichen Angaben zum Mineralstoffgehalt zählt dagegen der feste Rückstand (Abdampfrückstand).

Fachpraxis

Geschmack: Trinkwasser mit unter rund 600 mg/l gelösten Stoffen gilt als angenehm, über rund 1'000 mg/l sinkt die Akzeptanz. Von vier Mineralwassern gefielen in einer Verkostung die mineralreicheren weniger.

In der Küche: Zu feinen Gerichten und zarten Weinen empfehlen Fachleute eher mineralarmes Wasser, weil es deren Geschmack am wenigsten verändert.

Kohlensäure

Was als Kohlensäure bezeichnet wird, ist gelöstes Kohlendioxid; die Schweizer Angaben beziehen sich auf dessen Gehalt in mg/l. Im Mund wandelt das Enzym Carboanhydrase das Gas in Säure um; in Versuchen reizt das Schmerzfasern der Zunge und spricht die sauer empfindenden Geschmackszellen an.

Belegt

Geschmack: In einer Verkostung von Sprudelwasser stiegen mit mehr Kohlensäure Perlen, Biss und Brennen, aber auch der salzige, saure und bittere Eindruck. Bei 3 °C wirkten Kühle, Biss und Brennen stärker, bei 10 °C traten Blasengrösse und Perlgeräusch hervor.

In der Küche: Kohlendioxid löst sich in kaltem Wasser deutlich besser: Bei 0 °C nimmt Wasser unter gleichem Druck fast doppelt so viel auf wie bei 20 °C.

Angaben nach Schweizer Recht
  • Säuerling: mit natürlicher Quellkohlensäure oder mit eigener Quellkohlensäure versetzt, Kohlendioxid über 250 mg/l
  • mit viel Kohlensäure: Kohlendioxid über 6'500 mg/l
  • mit wenig Kohlensäure: mit natürlicher Quellkohlensäure oder mit eigener Quellkohlensäure versetzt oder mit zugesetzter Kohlensäure, Kohlendioxid höchstens 4'000 mg/l
CalciumCa

Calcium bestimmt zusammen mit Magnesium die Härte des Wassers. In abgefülltem Wasser findet man bis rund 730 mg/l, meist aber unter 100 mg/l. Über 150 mg/l darf ein natürliches Mineralwasser nach Schweizer Recht «calciumhaltig» heissen.

Belegt

Geschmack: In Trinkwasser ist Calcium je nach begleitendem Anion ab 100 bis 300 mg/l zu schmecken. Calciumsalze schmecken in Lösung deutlich bitter, je nach Salz unterschiedlich stark, und können metallisch oder adstringierend wirken.

In der Küche: Calcium vernetzt beim Kochen das Pektin der Zellwände: Schwarze Bohnen in Calciumchlorid-Lösung (300 mg/l) waren nach zwei Stunden so fest wie ohne Calcium nach einer. Beim Abkochen fällt vor allem Calcium als Kalk aus. Calcium macht die Teehaut fester und lässt Alginat gelieren.

Angaben nach Schweizer Recht
  • calciumhaltig: Calcium über 150 mg/l
MagnesiumMg

Magnesium ist neben Calcium der zweite Härtebildner im Wasser. Abgefülltes Wasser enthält bis rund 450 mg/l, die meisten Sorten bleiben unter 100 mg/l. Mit mehr als 50 mg/l darf ein natürliches Mineralwasser als «magnesiumhaltig» bezeichnet werden.

Belegt

Geschmack: Auch Magnesiumsalze sind in Lösung ausgeprägt bitter. In Trinkwasser liegt die Geschmacksschwelle von Magnesium vermutlich tiefer als die von Calcium; wie stark ein Kation schmeckt, hängt auch vom begleitenden Anion ab.

In der Küche: In Kochversuchen sank der Magnesiumgehalt erst bei längerem Kochen von magnesiumreichem Wasser, nachdem das Calcium ausgefallen war. Im Tee fördern Magnesium und Calcium laut Fachliteratur Trübung und Teehaut.

Angaben nach Schweizer Recht
  • magnesiumhaltig: Magnesium über 50 mg/l
NatriumNa

Natrium zählt zu den Hauptkationen im Wasser. In abgefülltem Wasser reicht es bis rund 1'900 mg/l, liegt aber meist unter 100 mg/l. Über 200 mg/l darf ein natürliches Mineralwasser die Angabe «natriumhaltig» tragen.

Belegt

Geschmack: Natrium macht Wasser salzig: In Trinkwasser aus 20 Wasserwerken stieg die Salzigkeit mit dem Natriumgehalt, der Eindruck «frisch» nahm ab. Die mittlere Geschmacksschwelle liegt bei Raumtemperatur um 200 mg/l, je nach Anion und Temperatur.

Angaben nach Schweizer Recht
  • natriumhaltig: Natrium über 200 mg/l
KaliumK

Kalium ist ein Kation, das in abgefülltem Wasser bis rund 270 mg/l vorkommt, meist aber unter 100 mg/l. In den Unterlagen für ein natürliches Mineralwasser führt das Schweizer Recht Kalium als Nebenbestandteil, der anzugeben ist, soweit er von Bedeutung ist.

Einzelquelle

Geschmack: In einer Verkostung von 15 Mineralwassern mit 0,4 bis 89 mg/l Kalium zeigte Kalium keinen eigenen Einfluss auf das Geschmacksurteil. Kaliumchlorid wird in Lösung erst ab rund 0,8 bis 1,1 g/l als salzig erkannt, Kochsalz schon ab rund 0,5 g/l.

HydrogencarbonatHCO₃

Hydrogencarbonat ist eines der vorherrschenden Anionen in abgefülltem Wasser und bildet mit Kohlendioxid und Carbonat das wichtigste Puffersystem. Beim Erhitzen fällt es mit Calcium und Magnesium als Kalk aus (Carbonathärte). Über 600 mg/l ist die Angabe «hydrogencarbonathaltig» erlaubt.

Einzelquelle

In der Küche: Im Kaffee fängt Hydrogencarbonat Säuren ab: Die wahrgenommene Säure ist die extrahierte Säure minus die Alkalinität des Wassers. In Versuchen bräunte viel Hydrogencarbonat Grüntee, weil Catechine im alkalischen Milieu oxidieren; in Natronlösung (0,1 mol/l) garten Bohnen schneller.

Angaben nach Schweizer Recht
  • hydrogencarbonathaltig: Hydrogencarbonat über 600 mg/l
SulfatSO₄

Sulfat gehört mit Hydrogencarbonat und Chlorid zu den vorherrschenden Anionen in abgefülltem Wasser. Ein natürliches Mineralwasser mit mehr als 200 mg/l Sulfat darf als «sulfathaltig» bezeichnet werden.

Belegt

Geschmack: Wie stark Sulfat schmeckt, hängt vom Kation ab. Ein geschultes Panel bemerkte zugesetztes Sulfat ab 80 bis 160 mg/l; wenig davon verbesserte tendenziell den Geschmack, ab rund 180 bis 260 mg/l kippte das Urteil, und es wirkte salzig und bitter.

Angaben nach Schweizer Recht
  • sulfathaltig: Sulfat über 200 mg/l
ChloridCl

Chlorid zählt neben Hydrogencarbonat und Sulfat zu den drei vorherrschenden Anionen in abgefülltem Wasser. Liegt sein Gehalt über 200 mg/l, darf ein natürliches Mineralwasser die Angabe «chloridhaltig» führen.

Belegt

Geschmack: Viel Chlorid gibt Wasser und Getränken einen salzigen Geschmack. In Trinkwasser liegt die Schwelle je nach Salz (Natrium-, Kalium- oder Calciumchlorid) bei 200 bis 300 mg/l; über 250 mg/l wird Chlorid zunehmend herausgeschmeckt.

Angaben nach Schweizer Recht
  • chloridhaltig: Chlorid über 200 mg/l
FluoridF

Ein natürliches Mineralwasser mit mehr als 1 mg/l Fluorid darf nach Schweizer Recht die Angabe «fluoridhaltig» tragen. Der Fluoridgehalt darf mit aktiviertem Aluminiumoxid gesenkt werden; in der Nähe der Analyse steht dann zum Beispiel «teilweise entfluoridiert» oder «entfluoridiert».

Belegt
Angaben nach Schweizer Recht
  • fluoridhaltig: Fluorid über 1 mg/l
EisenFe

Sauerstoffarmes Grundwasser kann gelöstes zweiwertiges Eisen enthalten, ohne trüb zu sein; an der Luft oxidiert es und färbt das Wasser rotbraun. Über 1 mg/l zweiwertiges Eisen darf ein Mineralwasser «eisenhaltig» heissen; nach einer Enteisenung kann «teilweise enteisent» vermerkt sein.

Belegt

Geschmack: Eisensalze schmecken deutlich metallisch, teils mit einem Geruchseindruck über die Nase. Unter 0,3 mg/l ist in Trinkwasser meist kein Eisengeschmack zu bemerken.

Angaben nach Schweizer Recht
  • eisenhaltig: Eisen über 1 mg/l
KieselsäureSiO₂

Kieselsäure entsteht, wenn sich Siliciumdioxid im Wasser löst. Analysen geben sie als Siliciumdioxid (SiO2) oder als Metakieselsäure (H2SiO3) an; das Schweizer Recht führt sie als Nebenbestandteil eines natürlichen Mineralwassers.

Belegt

In der Küche: Gelöste Kieselsäure kann auf Glas und Metall einen weissen Belag bilden. Für Trinkwasser wird ein Richtwert von höchstens 80 mg/l SiO2 genannt, um solche Ablagerungen gering zu halten.

Abdampfrückstand

Der Abdampfrückstand gibt den Mineralsalzgehalt als festen Rückstand in mg/l an. Nach Schweizer Recht darf ein natürliches Mineralwasser mit höchstens 50 mg/l «mit sehr geringem», mit höchstens 500 mg/l «mit geringem» und mit über 1'500 mg/l «mit hohem Gehalt an Mineralien» bezeichnet werden.

Belegt
Angaben nach Schweizer Recht
  • mit sehr geringem Gehalt an Mineralien: Abdampfrückstand höchstens 50 mg/l
  • mit geringem Gehalt an Mineralien: Abdampfrückstand höchstens 500 mg/l
  • mit hohem Gehalt an Mineralien: Abdampfrückstand über 1'500 mg/l
pH-Wert

Der pH-Wert zeigt, wie sauer oder alkalisch ein Wasser gerade reagiert, nicht aber, wie viel Säure es abfangen kann. Diese Pufferwirkung beschreibt die Alkalinität, die vor allem auf Hydrogencarbonat und Carbonat beruht.

Einzelquelle

Geschmack: Auf den Geschmack wirkt der pH in Trinkwasser meist nicht direkt. In elf Mineralwassern ging ein höherer pH mit einem salzigeren und süsseren Eindruck einher; das ist eine Korrelation, keine belegte Ursache.

In der Küche: Für die Säure im Kaffee zählt die Alkalinität des Wassers weit mehr als sein pH, solange dieser zwischen 6 und 8 liegt und die Alkalinität nicht sehr tief ist. Beim Aufkochen steigt der pH, weil Kohlendioxid entweicht; in Versuchen um 0,5 bis 1 Einheit.

Woher die Daten stammen

Die Analysen stammen von Etiketten, aus Angaben der Abfüller und von Branchenverbänden, aus amtlichen Listen und aus Fachpublikationen. Jede Zahl ist an der gespeicherten Quelle geprüft, bei Etiketten an der Abschrift, bei vollständigen Analysen zusätzlich über die Ionenbilanz. Für 10 Wasser ohne eigene Analyse und für einzelne fehlende Werte gelten Zahlen aus Ciqual 2025 der Anses (Licence Ouverte 2.0), auf der Seite des Wassers und im Vergleich bei jedem Wert gekennzeichnet.

Aufgenommen sind nur anerkannte natürliche Mineralwasser: nach der EU-Liste (Stand 7.4.2025), nach einer nationalen Liste oder, bei Schweizer Wassern, nach der Sachbezeichnung auf dem Etikett oder der Seite des Abfüllers. Die Zwecke und die Erklärungen der Werte beruhen auf wissenschaftlichen Untersuchungen, Behörden und Fachliteratur und sind an der Quelle geprüft.

Das Wasser-Lexikon macht keine Gesundheitsaussagen. Angaben ohne Gewähr, die Zusammensetzung kann sich ändern, massgebend ist das Etikett.

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